Samstag, 25. März 2023

Downstream #01 - exhibition at KC Grad / Belgrade

 

I am exhibiting two works of mine at the exhibition "DOWNSTREAM 01" in KC Grad in Belgrade from 3rd to 15th of April 2023. Both works were produced during my residency stay on-board the MS Fusion last year
One of them is the 6,5 m-long poem "Die Donau hinab" - I have written one verse every km we passed down the Danube and tried to take "poesis" literally as becoming a medium for the environment we were passing. The whole poem/performance can be seen as an installation in the exhibition and I will also give a workshop on this kind of poetic practice on the 6th of April (more info in a separate post later on). 
My second work exhibited is a sound composition I have creatively titled "MS Fusion" in which I have created a composition of sound I gathered with and around the MS Fusion passing the kms along the Danube. I tried to regard the whole patchworky boat as one medium and instrument and am in fact very happy with the result. I hope I will find away to make it available to listen to for non-Belgrade residents soon.

Donnerstag, 16. März 2023

Toxic Temple @donaufestival '23

 

Now that the program has been released, I can finally announce that Toxic Temple will have a pretty big presence at this years' donaufestival in Krems an der Donau. 

We will celebrate a MESS in Forum Frohner and the public space of Krems and Stein from 28th to 30th of April and will lead a big Procession as a closing event through the city to the Dominikanerkirche to meet with Alfredo Barsuglia's SKIMMER performance crew. Additionally Julia Grillmayr and me will give one workshop each on the second festival weekend on the 6th and 7th of May.

I will post more information in due time. As of now, I want to thank the whole team of this year's MESS for making such a huge thing happen - especially co-religious founder and dear friend Anna Lerchbaumer for sticking with the project at its most dire times (curation of the donaufestival has not always been optimal, to say the least) and our new dramaturg Claus Philipp for helping us grow and stick with the trouble! 

You can find the whole program on the festival homepage here.

And our little propaganda page www.toxictemple.beauty is on again and you will be able to find more precise information on timing etc. there.


Samstag, 25. Februar 2023

"'Raus aus der Natur' oder 'Weg mit der Natur'?" - Workshop im Werk X am 25.3

 

In genau einem Monat, am 25.3, werde ich einen Workshop unter dem Titel ""'Raus aus der Natur' oder 'Weg mit der Natur'?" im Werk X in Wien halten. Im Vorfeld zur Inszenierung von "Onkel Wanja - La dèrniere rébellion". Hier die längere Beschreibung:

Manche Alpenländler*innen kennen „ihre Natur“ am besten über das, was nach einer schönen Spritztour an ihren Stoßstangen klebt. Sie mögen sich dessen vielleicht sogar bewusst sein, dass es „5 vor 12“ steht und „unsere Zivilisation“ vor dem ökologischen Kollaps steht. Sie kaufen brav Bio und halten ihre Nation für eine umweltschützerische Vorzeigenation. Das alles vom luxuriösen Alpenchalet aus, welches über den Schwager gern für Jahre vorreserviert wird, damit sich auch ja kein anderer („von außen“) einnistet.

Dieser Workshop möchte sich auf performative, philosophische und literarische Weise der Frage annähern, warum sich eigentlich so wenig ändert angesichts des mittlerweile medial kaum mehr zu ignorierenden Katastrophenzustands der Erde. Wir werden das Bild des „Weltenendes“ kritisch hinterfragen, Theorien zum fossilen Faschismus reflektieren, spekulative Ausflüge in eine Welt nach der Moderne unternehmen und den sinnlichen Bezug zur Umwelt jenseits der Natur am eigenen Körper erforschen.

 Mehr Informationen hier.


Montag, 6. Februar 2023

Modern Nature I @Kunstraum Studenzen

 
I was invited to contribute with an art-work at the exhibition "L201_2023 1" at Kunstraum Studenzen and with the "Institut für Kunst im öffentlichen Raum" in Styria. I did of course chose a sujet close to my current main research topic: the car and the modern production of Nature. The artwork is - somewhat uncreatively - titled "Modern Nature I" and is exhibited like a billboard on the very busy street "L201" and will thus be seem by thousands of passing car drivers every day. In the future, I plan to extend the series with a couple of other motifs in the same sujet. Stay tuned.
 
More on last years project can be found here. Online material will follow soon.


Dienstag, 10. Januar 2023

"Normalität als Katastrophe? Für eine ökologische Politisierung des Alltäglichen" Workshop at Akademie der bildenden Künste Wien

Am 20.1 gebe ich einen Workshop zu künstlerischen und aktivistischen Strategien zur Kultivierung der Klimakatastrophe am Rundgang 2023 der Akademie der Bildenden Künste Wien. Sogenannte "Klimapolitik" wird ja weiterhin zu oft dem Bereich der "Natur" zugeordnet, der - nach klassisch modernem Dualismus - hermetisch von der "Kultur" abgeriegelt ist. Ich möchte in diesem Workshop diesen höchst-problematischen Graben überwinden und für die Entwicklung diverser kultureller Aneignungen und Verhandlungen unserer kulturell-gemachten Ökokatastrophe werben. 

Der Fokus des Workshops wird sich um mein aktuelles Forschungsthema des Autos im Homogenozän drehen... Ich freue mich, wenn ihr zahlreich kommt und mit mir möglichst weirde und kreative Ansätze erforscht! 

https://www.akbild.ac.at/de/universitaet/veranstaltungen/vortraege-events/2023/rundgang-2023/normalitaet-als-katastrophe-fuer-eine-oekologische-politisierung-des-alltaeglichen 

 

"Die ökologische Katastrophe ist in aller Munde und trotzdem ändert sich viel zu wenig. In diesem Workshop werden Strategien an der Schnittstelle von Kunst, Theorie und Aktivismus vorgestellt, die unsere Verwobenheit mit ökologisch katastrophalen, „modernen“ Lebenspraktiken erforschen. Zentraler Fokuspunkt ist hierbei das Auto als Metapher für unsere libidinöse, ökonomische, soziale, kulturelle und politische Abhängigkeit von toxischen Lebensformen im fossilen Kapitalismus. Das Auto wird hierbei nicht primär als technologische Errungenschaft, sondern als Prothese und Verkörperung von modernen Begriffen wie Freiheit, Mobilität und Selbstbestimmtheit gedacht. Das Problem des Autos im sogenannten „Anthropozän“ ist demnach nicht nur dessen massiver Schadstoffausstoß, sondern dessen Tendenz zur Homogenisierung von Lebensräumen und Lebensweisen. Das, was wir „Natur“ nennen und zum Teil auch schützen wollen, ist ein Produkt dieses hegemonialen Weltzugangs, der durch das Auto erst mehrheitsfähig wurde. Mittels einer Lektüre spekulativer Fiktion von Ursula LeGuin werden wir versuchen, diese durch das Auto hergestellte Normalität als Katastrophe zu verstehen. Durch diesen kritischen und (de)konstruktivistischen Ansatz stellt sich eine intersektionale Anschlussfähigkeit an post-koloniale und feministische Diskurse her, die einem naiven „Naturschutz“-Aktivismus oftmals fehlt. Unsere Blindheit gegenüber der ökologischen Katastrophe entpuppt sich so nicht mehr als moralisches Fehlverhalten, sondern als logische Fortschreibung des materiellen Erbes der patriarchalen und rassistischen europäischen Moderne, die sich in Technologien wie dem Auto aktualisieren. In diesem Licht kann man Aktionen wie jene der „Letzten Generation“ als Vorboten eines Kampfes gegen diese zutiefst problematische Normalität einordnen. Entgegen eines individualisierenden Schulddiskurses sollen in diesem Workshop kreative und sinnliche Strategien des ermächtigenden Umgangs und Spiels mit einer toxischen Normalität erforscht werden."

Dienstag, 13. Dezember 2022

"Was können wir von der pandemischen Abstandskultur für den Umgang mit der Öko-Katastrophe lernen?"  

"Wann wird eine kompromisslos und unabdingbar vorpreschende Haltung zum Problem? Wieviel Filterarbeit und Blasenbildung braucht ein effizienter Aktivismus? Und wann und wie kann Sich-Raushalten nicht als stillschweigendes Einlenken mit der furchtbaren Norm, sondern als notwendiges Fokussieren und Konzentrieren der Kräfte für den Kampf um Veränderung verstanden werden?

Grundannahme einer hier tentativ skizzierten Ethik einer Neuen Vorsicht ist, dass es das Bedürfnis nach Desinvolvierung stets und in egal welchem politischen Lager gibt, es bislang aber noch kaum gelungen ist, dieses Bedürfnis auf einen progressiv-emanzipatorischen Begriff zu bringen."
 
Ich durfte einen kleinen Aufsatz über mein neues Buch Neue Vorsicht - Philosophie des Abstands im Zeitalter der Katastrophen in der Berliner Gazette veröffentlichen. Man kann ihn hier nachlesen
 
--> übrigens kann man auf der Homepage von Edition Konturen nun das gesamte erste Kapitel des Buchs nachlesen! 

Donnerstag, 8. Dezember 2022

Wir brauchen Öko-Punks!

"Wirf Spinat gegen Basquiat und Spagetti gegen Giacometti."
 
 
Nach meinem Vortrag in Innsbruck zu "there is no rave on a dead planet" und dem für mich sehr inspirierenden Austausch mit einer paar spannenden Leuten der ErdeBrennt-Bewegung, habe ich ein paar Gedanken zu Subkultur und Ökologie niedergeschrieben, die nun in der TELEPOLIS erschienen sind.
 
"Aktivisten der Letzten Generation pfeifen auf die Vernunft der Mehrheitsgesellschaft und sind damit vielleicht auf der Spur einer wichtigen kulturellen Innovation." "In der Gesellschaftsordnung des liberalen Kapitalismus ist es gleichzeitig vernünftig, ein akademisches Paper über die katastrophalen Auswirkungen von fossilen Brennstoffen zu veröffentlichen und seine Pension durch das Investieren bei Shell und Gasprom zu sichern."
 
Zu selten denke ich zwei meiner Forschungsinteressen - die ökologische Katastrophe einerseits und Subkulturen andererseits - gemeinsam. Hier ist mir das mal wieder gelungen. Ich glaube, dass öko-aktivistische Strömungen zur Zeit das Potential haben / sich gedrängt dazu fühlen, die herrschende Vernunft zu verweigern. Dies birgt natürlich viele Gefahren, doch wenn man es richtig framed, birgt es ebenso großes Potential. Denn mit einer Verweigerung der herrschenden Vernunft hinterfragt man auch die hegemoniale Triade von Wisschenschaft-Natur-Vernunft und ihr koloniales Erbe. Damit würde sich die bisher zu meinem großen Leidwesen theoretisch eher unterreflektierte Öko-Aktivismus-Szene an andere Diskurse und Kämpfe intersektional anschließbarer machen und so einige blinde Flecken ihrer vielfach weißen Priviliegien reflektieren können. Es ist meines Erachtens also Zeit, die Öko-Aktivsmus-Szene theoretisch besser zu informieren - "Wir wollen die Natur beschützen" ist nicht mehr genug. Stattdessen werfen wir lieber Tomatensauce auf allgemein anerkannte Kulturschätze und wiederholen die Rufe aus den französischen ZADs: "Wir verteidigen nicht die Natur, wir sind die Natur, die sich verteidigt."