Mittwoch, 20. Mai 2026

»Wenn es den Wokeismus nicht gibt, dann muss man ihn erfinden!« - kleiner Textbeitrag zum "ABC der Kulturkämpfe" der Skug


"Tatsächlich zeichnet uns heute die rechte Bewegung in ihrem bis dato vielfach gewonnenen Kulturkampf ex negativo an, wie ein neues Bündnis aussehen muss, welches sie besiegen könnte. Die »woke Elite« existiert bis heute nur in den Köpfen von rechten Demagog*innen und ihren Wähler*innen. Aber das heißt nicht, dass dem so bleiben muss. »Wenn es den Wokeismus nicht gibt, dann muss man ihn erfinden!«"

Die wunderbare Skug macht zur Zeit ein "ABC der Kulturkämpfe" - ich habe mal schnell was zu "woke" niedergeschrieben, was mir schon länger auf der Seele lag. More soon. 

Ihr findet den Text hier: https://skug.at/abc-der-kulturkaempfe-w-wie-woke/

Dienstag, 19. Mai 2026

"Mehr als verteidigen. Demokratische Handlungsräume weiterdenken" - Keynote online nachsehen!

Wie kommen wir aus der Verteidigungshandlung in der Linken heraus und können offensiv neue, weirde Bündnisse schaffen, die eine Art neuen "utopischen Wärmestrom" auch in Zeiten des ökologischen und systemischen Kollaps entstehen lassen können? Hier könnt ihr unsere heutige Keynote "Mehr als verteidigen. Demokratische Handlungsräume weiterdenken"  an der Evangelischen Akademie in Frankfurt nachsehen. Es war ein ganz toller Workshoptag! Danke Euch allen!



Sonntag, 10. Mai 2026

"Kollektiver Ausstieg aus Eigentumsverhältnissen im Klimakollaps" - bei der RLV "Jenseits des Privateigentums", Uni Frankfurt, 21.5

Und auch auf einen dritten Termin unserer "Durchlöchert Westdeutschland"-Tour freue ich mich ganz besonders: als Teil der Ringvorlesung "Jenseits des Privateigentums" dürfen Michael Hirsch und ich nochmals über die ZAD und radikale ökologische Reformen mit einem Fokus auf Eigentum und sein Überkommen sprechen. Titel: "Kollektiver Ausstieg aus Eigentumsverhältnissen im Klimakollaps" Ich freue mich sehr darauf, in diesem Kontext über neue Arten posthumanistischer Commons und neue Remixe alter Rechtsformen (nach der großartigen Sarah Vanuxem) zu sprechen! 

"Die Klimakrise verlangt radikale Alternativen – doch politische Vorstellungskraft fehlt. Michael Hirsch und Kilian Jörg fragen, wie neue Formen des Zusammenlebens jenseits von Eigentum und Verwertung aussehen könnten. 

Die politische Gegenwart ist paradox: Während den meisten Akteur*innen in Politik, Gesellschaft und Bewegungen klar ist, dass angesichts der Klimakatastrophe ein Weitermachen wie gehabt unmöglich ist, ist eine Alternative zum Status quo so unvorstellbar wie noch nie. Die politische Fantasie scheint verödet, das Vakuum der Demokratieverdrossenheit wird von rechts besetzt.

Michael Hirsch und Kilian Jörg starten den Versuch, die linke Vorstellungskraft wieder aufzuforsten – inspiriert von dem in Frankreich berüchtigten Konzept der »zu verteidigenden Zone« (Zone à défendre – ZAD). Die berühmte ZAD in Notre-Dame-des-Landes besteht seit über fünfzehn Jahren als ein aus Verwertungszusammenhängen herausgelöstes Gebiet, in dem mit neuen sozialen Beziehungen, mit neuen Verhältnissen zu Arbeit und Ökologie experimentiert wird. Können diese Erfahrungen auf größere Maßstäbe übertragen werden? Mit einem Fokus auf die dort gelebte Dekonstruktion des Privateigentums möchten Hirsch und Jörg über eine neue linke Allianz progressiver Politik in Zeiten von Klimakollaps nachdenken."

 --> Link zur gesamten Reihe

Samstag, 9. Mai 2026

"Mehr als verteidigen - Demokratische Handlungsräume weiterdenken" @ Evangelische Akademie Frankfurt, 19.5.2026

 

Es ist mir eine große Ehre, dass wir von der Evangelischen Akademie Frankfurt eingeladen wurden, für einen ganzen Tag über die schwierigeren Fragen, die unser Buch "Durchlöchert den Status Quo!" aufwirft, gemeinsam und mit hochkarätigen Leuten nachzudenken. Namentlich: wie implementiert man die utopischen Impulse radikaler Projekte wie der ZAD in breitere Reformen, die uns gesamtgesellschaftlich weiterbringen können? In einer Zeit, in der die Linke hauptsächlich durch Abwehrkämpfe definiert ist, freue ich mich besonders über diese großartige Gelegenheit darüber nachzudenken, wie wir in die Offensive kommen, ohne in alte und verbrauchte Denkschemen zu fallen. Es ist Zeit, über eine ökologische Linke nachzudenken, die bereit ist, neue Wege des communal luxury (Kristin Ross) zu einem größeren politischen Projekt fürs 21te Jahrhundert zu entwickeln! 

Falls ihr nicht in Frankfurt seid, könnt ihr auch per Livestream dabei sein.

"Viele soziale Initiativen und Vereine sind derzeit unter Druck – rechtlich, finanziell und diskursiv. Sie erleben, wie ihre Handlungsspielräume enger werden, und arbeiten zunehmend im Modus des Verteidigens: Fördermittel sichern, Angriffe abwehren, Grundrechte behaupten. Doch reicht das aus, um Demokratie lebendig zu halten? Zum Tag des Grundgesetzes fragen wir, wie sich dieser Verteidigungsmodus erweitern lässt. Inspiriert von Michael Hirsch und Kilian Jörg und ihrem Essay „Durchlöchert den Status quo!“ (Nautilus, 2025) sprechen wir über die Vermittlung zwischen radikalen Utopien, Aktivismus und gemeinwohlorientierten Reformen und suchen nach Wegen, demokratische Räume nicht nur zu schützen, sondern neu zu denken. Die Veranstaltung bringt Engagierte aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Feldern zusammen, um voneinander und miteinander zu lernen. Wie können wir solidarisch agieren, Brücken bauen und mutig bleiben? Welche Strategien machen Handlungsspielräume sichtbar und erweitern sie? Wir wollen Resignation punktuell in progressive Energie verwandeln, politische Vorstellungskraft aufforsten und Demokratie schützen, indem wir sie ausweiten – Utopien ausdrücklich eingeschlossen."

 Alle weitere Infos: https://www.evangelische-akademie.de/kalender/mehr-als-verteidigen/63967/

"Durchlöchert den Status Quo!" auf der Anarchistischen Buchmesse Mannheim, 17.5

 

Ich freue mich sehr, auf der Anarchistischen Buchmesse in Mannheim zusammen mit Michael Hirsch unser Buch "Durchlöchert den Status Quo!" vorstellen zu dürfen. Wir sind am Sonntag den 17.5 um 14h dran. Ihr findet das gesamte Programm hier:  https://abm26.anarchie-mannheim.de/de/abm26/public/schedule 

Donnerstag, 7. Mai 2026

Donnerstag, 23. April 2026

"Leben im Ökozid. Kunst und Kultur in Zeiten von planetarem Kollaps" im Einstein Forum, Potsdam, 4.5.2026

I am incredibly excited to present my current book project, titled "Living in Ecocide - Art and Culture in Times of Planetary Collapse" at the renowned Einstein Forum in Potsdam. The book is still in process, today I actually finished drafting chapter 5 of 6 and I am really exited to share the topics that have occupied me the most in the last 18 months to a larger audience for the first time. I have got to say that this book - perhaps unsurprisingly, given the weight of the topic - was the most psychologically challenging to me, but I am already very happy with the result and can't wait to share it with listeners and - eventually - readers! Although the book is written in English, the talk will be in German. 

 
Montag, 4.5.2026, 19:00h

Leben im Ökozid. Kunst und Kultur in Zeiten von planetarem Kollaps

Gesprächsleitung: Birgit Schneider, Potsdam

Auch im Live-Stream via Zoom
(Bitte hier registrieren)

„Drill, baby, Drill“ ist das neue „I want you to panic!“. Lange Zeit glaubten  Umweltaktivist*innen, die Gesellschaft durch rationale Aufklärung zum Wandel bringen zu können. Doch in der zunehmend von faschistischen Tendenzen gezeichneten Gegenwart scheint sich eher das Gegenteil zu bewahrheiten. Egal ob Trumps Imperialismus, Epsteins misogyne Eugenik oder Thiels Fluchtfantasien auf den Mars – Rosa Luxemburgs Warnung vor dem Einbruch der Barbarei mangels gesellschaftlich inklusiver Alternativen scheint sich in Zeiten der Klimakatastrophe zu bewahrheiten. In diesem Vortrag analysiert Kilian Jörg psychoanalytisch und philosophisch diese Dynamik einer höchstgradig verdrängenden Gesellschaft und skizziert Auswege aus dem Dilemma. Kilian untersucht dabei die Aufnahme von „Ökozid“ als „Fünftes Verbrechen gegen die Menschheit“ beim Internationalen Strafgerichtshof als Möglichkeit einer neuen gesellschaftlichen Verhandlung von noch gänzlich diffuser „Klimaschuld“. Zudem beleuchtet der Vortrag das komplizierte Begehren, „indigen“ zu werden, als Konsequenz eines solchen rein-negativ konnotierten Umweltbewusstseins und endet mit einem Plädoyer für ökologische Transformation als radikale Kulturarbeit. Entgegen eines „Zurück zur Natur“ muss sich ökologische Politik als kultureller und zivilisatorischer Fortschritt gegen die kommende Barbarei des Desaster-Kapitalismus verstehen.

Kilian Jörg (www.kilianj.org) arbeitet sowohl künstlerisch als auch philosophisch zum Thema der ökologischen Katastrophe und fragt, wie deren transformative Kräfte am besten gedacht und eingesetzt werden können. Kilian unterrichtet an der School of Transformation der Universität für Angewandte Kunst Wien und in der Studienabteilung Plastik und Environment der Kunstuniversität Linz. Kilian hat zu diesen und anderen Themen publiziert und Performances, Installationen, Filme und andere Multi-Mediakunstwerke – oft in Zusammenarbeit mit künstlerisch-aktivistischen Kollektiven wie Futurama°Lab oder Stoffwechsel – gezeigt. 

--> https://www.einsteinforum.de/veranstaltungen/leben-im-okozid-kunst-und-kultur-in-zeiten-von-planetarem-kollaps/