Ich freue mich schon sehr darauf, nächsten Montag den Film "Une île et une nuit" in der Villa Gründergeist in Frankfurt zu zeigen und einen kleinen Vortrag über die politische Ökologie darum zu halten. Hier alle Infos.
Wie kann man die Flucht aus dem ökozidalen, kapitalistischen System produktiv denken? Egal ob Geflüchtete aus Subsahara-Afrika oder ehemalige Büroangestellte aus europäischen Großstädten, alle haben ihre Motive aus diesem destruktiven System auszusteigen und gemeinsam ein queeres neues Leben mit einem positiven Verhältnis zur Umwelt aufzubauen.
Der Film „Une île et une nuit“ des Kollektivs Pirates des Lentillères ist ein einzigartiges Dokument über die französische radikale Szene rund um die „Zads“ (zones à defendre) und die Freude am Kampf für ein besseres Leben im Klimakollaps. Geschossen in elf Sprachen ohne Untertitel durfte jede beteiligte Person ihre persönliche Geschichte erzählen und verwirklichen. Herausgekommen ist ein surrealistisch, teilweise fast kindlich lustiges Piratenepos über den Kampf gegen Großkonzerne und für den Erhalt von Boden, welches eine jede Person auf somatisch, vorsprachliche Weise mitreißt.
Der Film wurde ohne Hierarchien und Führung, als Teil der in der ZAD des Quartier Libre de Lentillières in Dijon regelmäßig abgehaltenen Assemblies gemeinsam verwirklicht und ist in Machart wie in Sujet ein lebendiges Dokument wieviel mehr Kultur, Freude und Ermächtigung durch commoning entstehen kann. Ohne Budget und trotzdem auf 16 mm gedreht zeigt der Film eindrücklich, dass Kultur jenseits kapitalistischer Vereinnahmung viel lebendiger sprießt und sich in den kollektiven Kampf für das (Über)leben organisch einschreiben kann.






