Donnerstag, 23. April 2026

"Leben im Ökozid. Kunst und Kultur in Zeiten von planetarem Kollaps" im Einstein Forum, Potsdam, 4.5.2026

I am incredibly excited to present my current book project, titled "Living in Ecocide - Art and Culture in Times of Planetary Collapse" at the renowned Einstein Forum in Potsdam. The book is still in process, today I actually finished drafting chapter 5 of 6 and I am really exited to share the topics that have occupied me the most in the last 18 months to a larger audience for the first time. I have got to say that this book - perhaps unsurprisingly, given the weight of the topic - was the most psychologically challenging to me, but I am already very happy with the result and can't wait to share it with listeners and - eventually - readers! Although the book is written in English, the talk will be in German. 

 
Montag, 4.5.2026, 19:00h

Leben im Ökozid. Kunst und Kultur in Zeiten von planetarem Kollaps

Gesprächsleitung: Birgit Schneider, Potsdam

Auch im Live-Stream via Zoom
(Bitte hier registrieren)

„Drill, baby, Drill“ ist das neue „I want you to panic!“. Lange Zeit glaubten  Umweltaktivist*innen, die Gesellschaft durch rationale Aufklärung zum Wandel bringen zu können. Doch in der zunehmend von faschistischen Tendenzen gezeichneten Gegenwart scheint sich eher das Gegenteil zu bewahrheiten. Egal ob Trumps Imperialismus, Epsteins misogyne Eugenik oder Thiels Fluchtfantasien auf den Mars – Rosa Luxemburgs Warnung vor dem Einbruch der Barbarei mangels gesellschaftlich inklusiver Alternativen scheint sich in Zeiten der Klimakatastrophe zu bewahrheiten. In diesem Vortrag analysiert Kilian Jörg psychoanalytisch und philosophisch diese Dynamik einer höchstgradig verdrängenden Gesellschaft und skizziert Auswege aus dem Dilemma. Kilian untersucht dabei die Aufnahme von „Ökozid“ als „Fünftes Verbrechen gegen die Menschheit“ beim Internationalen Strafgerichtshof als Möglichkeit einer neuen gesellschaftlichen Verhandlung von noch gänzlich diffuser „Klimaschuld“. Zudem beleuchtet der Vortrag das komplizierte Begehren, „indigen“ zu werden, als Konsequenz eines solchen rein-negativ konnotierten Umweltbewusstseins und endet mit einem Plädoyer für ökologische Transformation als radikale Kulturarbeit. Entgegen eines „Zurück zur Natur“ muss sich ökologische Politik als kultureller und zivilisatorischer Fortschritt gegen die kommende Barbarei des Desaster-Kapitalismus verstehen.

Kilian Jörg (www.kilianj.org) arbeitet sowohl künstlerisch als auch philosophisch zum Thema der ökologischen Katastrophe und fragt, wie deren transformative Kräfte am besten gedacht und eingesetzt werden können. Kilian unterrichtet an der School of Transformation der Universität für Angewandte Kunst Wien und in der Studienabteilung Plastik und Environment der Kunstuniversität Linz. Kilian hat zu diesen und anderen Themen publiziert und Performances, Installationen, Filme und andere Multi-Mediakunstwerke – oft in Zusammenarbeit mit künstlerisch-aktivistischen Kollektiven wie Futurama°Lab oder Stoffwechsel – gezeigt. 

--> https://www.einsteinforum.de/veranstaltungen/leben-im-okozid-kunst-und-kultur-in-zeiten-von-planetarem-kollaps/  

 

Samstag, 11. April 2026

Wien befreit sich immer noch - Feier zur (temporären) Entfernung des Karl-Lueger-Denkmals, 13.4

Weil es sonst niemand macht, haben wir als ein neues Kollektiv namens Ministerium für beschleunigten Wandel eine Demo auf die Beine gestellt, um gegen die Wiederaufstellung des Karl-Lueger-Denkmals am Wiener Stubentor zu protestieren. Ihr findet unten alle weiteren Infos - die Demo findet diesen Montag, am 13.4 von 18-22h statt!


Wien befreit sich immer noch
Feier zur (temporären) Entfernung des Karl-Lueger-Denkmals
13. April 2026 – 18-22h – am ehemaligen Dr.-Karl-Lueger-Platz, 1010 Wien

Am 81ten Jahrestag der Befreiung Wiens von der Naziherrschaft laden wir zu einer Demonstration und Feier eines (potentiell) wichtigen Schritts der weiteren Ent-Faschistoisierung Wiens ein: Seit Januar ist das Denkmal von Karl-Lueger am Stubentor entfernt - und wir wollen, dass das so bleibt! Denn wir finden: In einer demokratischen und weltoffenen Stadt hat die Statue des Erfinders des antisemitischen Populismus und Vorbild Adolf Hitlers nichts zu suchen!

Nach langjähriger und hitziger Debatte hat sich die Stadt Wien zu einer „Rekontexualisierung“ des Denkmals überzeugen lassen, weswegen der Platz zur Zeit von seinem braunen Erbe befreit ist. Doch die Statue, die bereits seit Jahren mit „Schande“-Graffitis selbstermächtigt rekontextualisiert war, soll gewaschen und dann in einer nahezu unmerklichen Schiefstellung von 3,5 Grad wieder aufgestellt werden.

In einer Zeit von international wieder aufkeimenden Faschismus ist es umso wichtiger, sich unseres materiellen Erbes zu widmen und für ein antifaschistisches Gedenken in unserem geteilten, öffentlichen Raum einzusetzen. Nur finden sich auf der Wiener Ringstraße leider kaum Denkmäler, die für solche demokratischen Werte einstehen, dafür zuhauf Statuen autoritärer Kaiser, proto-faschistischer Demagogen und Generäle, die demokratische Revolutionen blutig niedergeschlagen haben. Doch auch wenn Wien am 13. April 1945 von der Naziherrschaft befreit wurde, müssen wir uns heute immer noch befreien von den Spuren dieser repressiven Politik und Gedankenguts. Wien befreit sich immer noch! Und da eine antifaschistische Zukunft nur aus einem antifaschistischen Geschichtsbild entspringen kann, laden wir herzlich zur Feier der Entfernung des Karl-Lueger-Denkmals ein. Durch eine freudige und diverse Feier wollen wir zeigen, dass die Mehrheit der Wiener*innen gegen den Wiederaufbau dieses braunen Schandmals ist. So umfasst das Programm für den Tag beide Seiten: Feiern der Entfernung mit DJs und Musiker*innen, aber auch Debatte darüber, wie zeitgemäßes öffentliches Gedenken aussehen soll – am Stubentor wie sonst überall in Wien. Hierzu laden wir zu Diskussionsrunden, Workshops, künstlerischen Interventionen und Stand-Up-Vorträgen ein um gemeinsam auszuarbeiten, was für Werte wir in unserem öffentlichen Raum für die Zukunft hochhalten wollen.

Hier ist der Pressetext: https://www.ots.at/presseaussendung/OTS_20260409_OTS0112/aviso-dr-karl-lueger-runter-vom-sockel 

Und wir haben es tatsächlich auch schon in Wiens beliebtestes Toilettenpapier - die sogenannte Heute "Zeitung" - geschafft: https://www.heute.at/s/aktivisten-wollen-rueckkehr-von-lueger-statue-verhindern-120179932 

Donnerstag, 2. April 2026

"Déconstruire le système automobile, reconstruire nos désirs. Psychanalyse de l’auto-destruction" - seminaire sur ligne!

You can now find my extensive talk (in French) about the "psychoanalysis of auto-destruction" (pun intended) on the youtube channel of the Parisian Institut Momentum

Vous pouvez désormais retrouver mon exposé détaillé (en français) sur la « psychanalyse de l'auto-destruction » (jeu de mots intentionnel) sur la chaîne YouTube de l'Institut Momentum à Paris :  


"Avec le capitalisme consumériste libéral, une nouvelle normalité s’est imposée, normalité, qui, malgré le cortège de désastres écologiques qu’elle engendre, apparaît couramment comme la seule solution possible. There Is No alternative – il faut toujours croître, s’étendre, aller plus haut, plus vite, plus loin, consommer, consumer. La voiture constitue, depuis bientôt un siècle, la clef de voûte de notre organisation spatiale, sociale et affective. Dans ce séminaire, Kilian Jörg se livre à une psychanalyse de cette « auto–destruction » afin de déconstruire notre addiction à l’automobile et au système qui l’engendre, véritable monopole radical, pour reprendre les termes d’Ivan Illich."  

En plus, un synthese du conference et sur ligne aussi: https://institutmomentum.org/deconstruire-le-systeme-automobile-reconstruire-nos-desirs 

Dienstag, 3. März 2026

"Une Île et une nuit" @ Grubenkino St. Marx, 11.3.2026

As a representative of the wonderful people of the ZAD Quartier Libre de Lentillieres I will be showing their film "Une Ile et une nuit" (An Island and a night) at the site of an up and coming fight in Vienna: the St. Marx territory that will NOT be transformed into an overpriced event hall for shitty international acts and their ticket vendor monopolies. The film will be a wonderful inspiration of how much more beautiful diversity is possible on such urban spaces - be it in Dijon or Vienna. The will be food and a lovely atmosphere to connect with your local struggles <3 Hope to see you there!