Mittwoch, 10. Juni 2026

"Zukunft für alle: Demokratie und/oder Utopien, die verbinden?" @PMK Innsbruck, 18.6.2026

Ich freue mich schon sehr darauf, mit meinen Freund*innen vom Kulturkollektiv Contrapunkt und Judith Götz nöchste Woche über Utopien und eine potentielle, radikale Weiterentwicklung der Demokratie in Innsbruck zu sprechen! 



"Im Zentrum der gemeinsamen Kooperationsveranstaltung steht die Frage, wie Demokratie unter gegenwärtigen gesellschaftlichen Spannungen weitergedacht werden kann – nicht als abstraktes Ideal, sondern als gelebte Praxis, die möglichst viele Perspektiven einbindet. Die Veranstaltung lädt dazu ein, diese Fragen gemeinsam zu diskutieren und neue Ansätze für demokratische Zukunftsentwürfe zu entwickeln.Gemeinsam mit unseren Gästen Kilian Jörg und Judith Goetz werden demokratische Ansätze diskutiert, die versuchen, polarisierende Gegensätze zu überwinden und dadurch auf breite gesellschaftliche Akzeptanz abzielen - mit dem Ziel, mehr Menschen zu erreichen. Dabei rücken Utopien in den Fokus, die inklusiv und nachhaltig gedacht sind, unterschiedliche Lebensrealitäten und größtmögliche Vielfalt von Lebensweisen und Welten berücksichtigen. 

Die beiden Diskutant*innen werden sich dabei auf konkrete Beispiele aus ihren eigenen Forschungen und Erfahrungen beziehen. Kilian Jörg wird insbesondere auf das gemeinsam mit Michael Hirsch verfasste Buch Durchlöchert den Status Quo (2025) eingehen – ein Werk, das an die Kämpfe der ZAD in Frankreich anknüpft und dazu ermutigt, jenseits der scheinbaren Ausweglosigkeit des kapitalistischen Realismus neue politische Möglichkeitsräume zu denken. Judith Goetz hingegen bringt Erfahrungen ein, die sie im April 2025 während einer Delegationsreise in die autonome Selbstverwaltung von Rojava (Nordostsyrien) gesammelt hat. Dort begegnete sie einem gelebten gesellschaftlichen Entwurf, der auf Frauenrechten, ethnischer Vielfalt, ökologischer Nachhaltigkeit und basisdemokratischen Strukturen beruht – ein Modell, das ihre Perspektiven auf demokratische Transformation nachhaltig erweitert hat. Rojava und der ZAD sollen  als Orientierungspunkte dienen für eine Diskussion über Utopien in Demokratien. Auch die Rolle staatlicher Institutionen wird reflektiert – insbesondere im Hinblick auf ihre Offenheit gegenüber Impulsen aus der Zivilgesellschaft, utopischen Entwürfen und experimentellen Räumen, in denen neue Formen des Zusammenlebens erprobt werden. Welche Formen von Teilhabe sind denkbar, die nicht nur engagierte Minderheiten erreichen? Wie lassen sich visionäre Ideen so formulieren, dass sie im Alltag anschlussfähig bleiben?"

 --> genauere Infos, Bios und Timetable hier

PS: Übrigens ist in der Grasswurzel Revolution dieses Monat eine Rezension unseres Buchs erschienen: https://www.graswurzel.net/gwr/2026/06/den-status-quo-durchloechern/ 

Freitag, 29. Mai 2026

"Leben im Ökozid" - Vortrag am Einstein Forum online

 


„Drill, baby, Drill“ ist das neue „I want you to panic!“. Lange Zeit glaubten Umweltaktivist*innen, die Gesellschaft durch rationale Aufklärung zum Wandel bringen zu können. Doch in der zunehmend von faschistischen Tendenzen gezeichneten Gegenwart scheint sich eher das Gegenteil zu bewahrheiten. Egal ob Trumps Imperialismus, Epsteins misogyne Eugenik oder Thiels Fluchtfantasien auf den Mars – Rosa Luxemburgs Warnung vor dem Einbruch der Barbarei mangels gesellschaftlich inklusiver Alternativen scheint sich in Zeiten der Klimakatastrophe zu bewahrheiten. In diesem Vortrag analysiert Kilian Jörg psychoanalytisch und philosophisch diese Dynamik einer höchstgradig verdrängenden Gesellschaft und skizziert Auswege aus dem Dilemma. Kilian untersucht dabei die Aufnahme von „Ökozid“ als „Fünftes Verbrechen gegen die Menschheit“ beim Internationalen Strafgerichtshof als Möglichkeit einer neuen gesellschaftlichen Verhandlung von noch gänzlich diffuser „Klimaschuld“. Zudem beleuchtet der Vortrag das komplizierte Begehren, „indigen“ zu werden, als Konsequenz eines solchen rein-negativ konnotierten Umweltbewusstseins und endet mit einem Plädoyer für ökologische Transformation als radikale Kulturarbeit. Entgegen eines „Zurück zur Natur“ muss sich ökologische Politik als kultureller und zivilisatorischer Fortschritt gegen die kommende Barbarei des Desaster-Kapitalismus verstehen.

Mein Vortrag am Einstein-Forum Anfang Mai ist nun online! 

Montag, 25. Mai 2026

"An Ecology of Moralizing" workshop @ Independent Space Index Festival 2026, 30.5

 

Alexis Shotwell and me will give a workshop on our upcoming book project An Ecology of Moralizing as part of the Independent Space Index Festival 2026 at im_flieger in Vienna. 

30.5. 2026, 15.00–16.30 // An Ecology of Moralizing // Kilian Jörg (AT) & Alexis Shotwell (CA) // Workshop, 90’

How do you feel about moralizing? Have you ever felt a certain need to say something – but then you didn’t dare to speak up for your values, because … it didn’t feel proper? Felt like overstepping boundaries because … you don’t want to be moralizing? In this workshop, we want to explore with you, why and how that is. We want to stay with the cringyness of moralizing impulses and explore what somatically happens inside of us, between us and around us if we moralize – or decide not to. We want to speculate about more inclusive forms of morals (the etymological root of morals meaning something like “customs”) together to build a more open and resisting society in times of rising fascism and moral depravity of the capitalist elite.  

--> find all the info & the full program here! 

Freitag, 22. Mai 2026

Zeitungskommentar zum Ökozid und der Zukunft der Ökobewegung in der ND

"Eine Bewegung gegen den Ökozid hätte das Potenzial, bei richtiger Mobilisierung und der Arbeit an neuen transversalen Bündnissen, weit über die langsamen Prozesse der Gerichte zu einer radikalen und transformatorischen Kraft zu werden."

Ich durfte in der Neuen Deutschland einen Gastkommentar zum Ökozid und seine Potential für eine neue Mobilisierung der Ökobewegung schreiben. Ihr findet den Artikel auch heute in der Printausgabe der ND Woche. 

https://www.nd-aktuell.de/artikel/1199849.klimakrise-sie-wissen-was-sie-tun.html 

 

 


Mittwoch, 20. Mai 2026

»Wenn es den Wokeismus nicht gibt, dann muss man ihn erfinden!« - kleiner Textbeitrag zum "ABC der Kulturkämpfe" der Skug


"Tatsächlich zeichnet uns heute die rechte Bewegung in ihrem bis dato vielfach gewonnenen Kulturkampf ex negativo an, wie ein neues Bündnis aussehen muss, welches sie besiegen könnte. Die »woke Elite« existiert bis heute nur in den Köpfen von rechten Demagog*innen und ihren Wähler*innen. Aber das heißt nicht, dass dem so bleiben muss. »Wenn es den Wokeismus nicht gibt, dann muss man ihn erfinden!«"

Die wunderbare Skug macht zur Zeit ein "ABC der Kulturkämpfe" - ich habe mal schnell was zu "woke" niedergeschrieben, was mir schon länger auf der Seele lag. More soon. 

Ihr findet den Text hier: https://skug.at/abc-der-kulturkaempfe-w-wie-woke/

Dienstag, 19. Mai 2026

"Mehr als verteidigen. Demokratische Handlungsräume weiterdenken" - Keynote online nachsehen!

Wie kommen wir aus der Verteidigungshandlung in der Linken heraus und können offensiv neue, weirde Bündnisse schaffen, die eine Art neuen "utopischen Wärmestrom" auch in Zeiten des ökologischen und systemischen Kollaps entstehen lassen können? Hier könnt ihr unsere heutige Keynote "Mehr als verteidigen. Demokratische Handlungsräume weiterdenken"  an der Evangelischen Akademie in Frankfurt nachsehen. Es war ein ganz toller Workshoptag! Danke Euch allen!



Sonntag, 10. Mai 2026

"Kollektiver Ausstieg aus Eigentumsverhältnissen im Klimakollaps" - bei der RLV "Jenseits des Privateigentums", Uni Frankfurt, 21.5

Und auch auf einen dritten Termin unserer "Durchlöchert Westdeutschland"-Tour freue ich mich ganz besonders: als Teil der Ringvorlesung "Jenseits des Privateigentums" dürfen Michael Hirsch und ich nochmals über die ZAD und radikale ökologische Reformen mit einem Fokus auf Eigentum und sein Überkommen sprechen. Titel: "Kollektiver Ausstieg aus Eigentumsverhältnissen im Klimakollaps" Ich freue mich sehr darauf, in diesem Kontext über neue Arten posthumanistischer Commons und neue Remixe alter Rechtsformen (nach der großartigen Sarah Vanuxem) zu sprechen! 

"Die Klimakrise verlangt radikale Alternativen – doch politische Vorstellungskraft fehlt. Michael Hirsch und Kilian Jörg fragen, wie neue Formen des Zusammenlebens jenseits von Eigentum und Verwertung aussehen könnten. 

Die politische Gegenwart ist paradox: Während den meisten Akteur*innen in Politik, Gesellschaft und Bewegungen klar ist, dass angesichts der Klimakatastrophe ein Weitermachen wie gehabt unmöglich ist, ist eine Alternative zum Status quo so unvorstellbar wie noch nie. Die politische Fantasie scheint verödet, das Vakuum der Demokratieverdrossenheit wird von rechts besetzt.

Michael Hirsch und Kilian Jörg starten den Versuch, die linke Vorstellungskraft wieder aufzuforsten – inspiriert von dem in Frankreich berüchtigten Konzept der »zu verteidigenden Zone« (Zone à défendre – ZAD). Die berühmte ZAD in Notre-Dame-des-Landes besteht seit über fünfzehn Jahren als ein aus Verwertungszusammenhängen herausgelöstes Gebiet, in dem mit neuen sozialen Beziehungen, mit neuen Verhältnissen zu Arbeit und Ökologie experimentiert wird. Können diese Erfahrungen auf größere Maßstäbe übertragen werden? Mit einem Fokus auf die dort gelebte Dekonstruktion des Privateigentums möchten Hirsch und Jörg über eine neue linke Allianz progressiver Politik in Zeiten von Klimakollaps nachdenken."

 --> Link zur gesamten Reihe