Mittwoch, 9. September 2026

Screening "Une île et une nuit" und Talk über Zadismus in Frankfurt, 14.9 18h


Ich freue mich schon sehr darauf, nächsten Montag den Film "Une île et une nuit" in der Villa Gründergeist in Frankfurt zu zeigen und einen kleinen Vortrag über die politische Ökologie darum zu halten. Hier alle Infos.

Wie kann man die Flucht aus dem ökozidalen, kapitalistischen System produktiv denken? Egal ob Geflüchtete aus Subsahara-Afrika oder ehemalige Büroangestellte aus europäischen Großstädten, alle haben ihre Motive aus diesem destruktiven System auszusteigen und gemeinsam ein queeres neues Leben mit einem positiven Verhältnis zur Umwelt aufzubauen. 

Der Film „Une île et une nuit“ des Kollektivs Pirates des Lentillères ist ein einzigartiges Dokument über die französische radikale Szene rund um die „Zads“ (zones à defendre) und die Freude am Kampf für ein besseres Leben im Klimakollaps. Geschossen in elf Sprachen ohne Untertitel durfte jede beteiligte Person ihre persönliche Geschichte erzählen und verwirklichen. Herausgekommen ist ein surrealistisch, teilweise fast kindlich lustiges Piratenepos über den Kampf gegen Großkonzerne und für den Erhalt von Boden, welches eine jede Person auf somatisch, vorsprachliche Weise mitreißt.

Der Film wurde ohne Hierarchien und Führung, als Teil der in der ZAD des Quartier Libre de Lentillières in Dijon regelmäßig abgehaltenen Assemblies gemeinsam verwirklicht und ist in Machart wie in Sujet ein lebendiges Dokument wieviel mehr Kultur, Freude und Ermächtigung durch commoning entstehen kann. Ohne Budget und trotzdem auf 16 mm gedreht zeigt der Film eindrücklich, dass Kultur jenseits kapitalistischer Vereinnahmung viel lebendiger sprießt und sich in den kollektiven Kampf für das (Über)leben organisch einschreiben kann.


Dienstag, 8. September 2026

Cinema LuNa - Luttes environnementales et Naturalisme au Cinéma, 9.-14.9 à Dijon


I will be assisting the wonderful festival Cinema LuNa in Dijon in the upcoming days - I will be moderating & introducing certain films and will host the round table on the final day. I am very much looking forward to collectively reflect on the role of cinema and cultural work in times of planetary crisis! Find all the info here: https://luna-cinema.net/ 

Je participerai ces prochains jours au formidable festival Cinema LuNa à Dijon : j'animerai et présenterai certains films, et j'animerai la table ronde le dernier jour. J'ai vraiment hâte de réfléchir ensemble au rôle du cinéma et du travail culturel en cette période de crise planétaire ! Retrouvez toutes les informations ici : https://luna-cinema.net/ 

Samstag, 29. August 2026

"Radical Commoning Practices in a Pluriverse facing planetary collapse" @ Valley of the Commons, Hirshwang an der Rax, 31.8&1.9.2026

I am very happy to be able to present the more radical aspects of commoning in contemporary political practice at the "Valley of the Commons" meeting taking place this year close to my hometown Vienna in the Austrian Alps. I'll show the movie of my friends and comrades of the Pirates de Lentillières on the night of the 31.8 and will give a lecture on the subsequent morning. Here is some more info, although not plenty: https://www.valleyofthecommons.com/ - find my abstracts below! <3


Une Île et une nuit

How can we think productively about escaping the ecocidal, capitalist system? In the film, both refugees from sub-Saharan Africa or former office workers from major European cities have their reasons for breaking away from this destructive system and building a new, queer life together with a positive relationship to the environment. 

The film “Une île et une nuit” by the Pirates de Lentillières is a unique document about the French radical scene centered around the “Zads” (zones à défendre) and the joy of fighting for a better life amid climate collapse. Shot in eleven languages without subtitles, the film enabled every participant to tell and bring to life their own personal story. The result is a surreal, at times almost childishly funny pirate epic about the struggle against corporate giants and for the preservation of land, which captivates every viewer in a somatic, pre-linguistic way. The film was created collectively—without hierarchies or direction—as part of the assemblies regularly held at the ZAD of the Quartier Libre de Lentillières in Dijon, and in both its style and subject matter, it serves as a living testament to how much more culture, joy, and empowerment can emerge through commoning. Shot on 16mm film despite having no budget, the film impressively demonstrates that culture flourishes much more vibrantly beyond capitalist appropriation and can organically become part of the collective struggle for (survival). 


Radical Commoning Practices in a Pluriverse facing planetary collapse 

On the following day, Kilian Jörg will share theories, experiences and practices from contemporary radical struggles around commons. They will talk about various strategies of reclaiming the common, from the Zapatistas to Galicia en Comun, from the Zads in France to the Swiss Aufstände der Allemende. In this workshop, questions of belonging, indigeneity, tradition, struggle and resistance will be raised and we will together draw a map of possible survivance through a pluralistic patchwork of various commoning strategies coming together and fighting for a landing of our economies and life-styles on the earth we live on.

Montag, 24. August 2026

Posthuman Social Club #7 goes We Are Founding A City 27.+28.8.2026, Zukunftshof Wien

I am delighted to announce that we are doing the 7th edition of the Posthuman Social Club as part of the We Are Founding A Cty Festival at Zukunftshof Vienna. I will be guiding various collective hallucinations about the posthuman urban future, will build a shrine to the local roadkill with Sabrina Rosina and instruct an early morning dawn cloud reading session together with Samuel Toto Perez. I am looking forward to the fun! 

Die siebente Ausgabe des Post-Human Social Club folgt dem Festival WE ARE FOUNDING A CITY hinaus an den Zukunftshof, um die Zukunft der Stadt aus einer mehr-als-menschlichen Perspektive zu betrachten: Über wessen Zukunft und wessen Stadt reden wir eigentlich? Und wer ist »we«, das hier eine Stadt gründet? Schließt es auch die Ameisen, Ratten und Kakerlaken ein, die unsere Unterwelt zusammenhalten? Die Tauben und Raben, die auf unsere menschliche, allzu menschliche Ordnung in höchst kreativer Weise scheißen?

Über den Gründungsmoment einer Stadt lässt sich nur spekulieren, denn sie wird seit Jahrtausenden ko-kreiert: War es, als die ersten Pflanzen Photosynthese betrieben oder die ersten Würmer den Boden aufbereiteten? Oder doch erst, als die Algen des Mesozoikums langsam zu Erdöl gepresst wurden oder als uns der Weizen domestiziert hat?
Wir wollen das Denken, Fühlen und Handeln über die Stadt multisensorisch erweitern. Über welche baulichen Innovationen spricht man in den Kaninchenbauten? Welche atmosphärischen Strömungen lesen die Schwalben? Sind die Wespennester gewappnet für den kommenden Super-El Niño, und haben sich die Füchse schon ein Winterfell für das Erliegen des Golfstroms wachsen lassen?
Performances, Konzerte, partizipative Installationen, kollektive Halluzinationen einer nicht-mehr-menschlichen Zukunft, das Lesen der Wolkenformen und das Einatmen der Verwesungsdüfte des Roadkills werden zu Praktiken, um eine Stadt jenseits menschlicher Vorstellungshorizonte zu träumen. 
 
Wir beginnen donnerstags, spielen freitags weiter und das so lange bis samstags die Sonne aufgeht. 
Alfredo Ovalles, Brigitte Wilfing, Chloè Ryo, Doina-Cezara Procopciuc, Jorge Sánchez-Chiong, Kilian Jörg, Lia Wilfing, Pink Opaque (AT), Sabrina Rosina, Samuel Toro Pérez, TE-R [Louise Linsenbolz & Thomas Wagensommerer]
 
Hier das gesamte 4-tägige Festivalprogramm: https://wearefoundingacity.net/
 
Eine Produktion von andother stage mit freundlicher Unterstützung der Stadt Wien (MA7). 

Donnerstag, 13. August 2026

"Ermächtigende Räume und Gefühle in Zeiten des Klimakollaps schaffen" @ System Change Not Climate Change Camp, Karlsruhe, 17.8 16:30



Ich freue mich sehr gemeinsam mit Conrad Kunze einen kleinen Workshop mit dem Titel "Ermächtigende Räume und Gefühle in Zeiten des Klimakollaps schaffen" am System Change Camp zu halten. Mehr Infos zum Workshop unten - und alle Infos zum Camp hier: https://www.system-change-camp.org/ 

Ermächtigende Räume und Gefühle in Zeiten des Klimakollaps schaffen

Klimakollaps, Polykrise, systemisches Versagen, ökologische Katastrophe – die Namen für den desaströsen Zustand unserer Gesellschaft sind vielfältig, doch die aktivistischen Umgangsstrategien sind noch wenig ausgereift. Zwar macht sich die Einsicht breit, dass appellative, an die Vernunft der Menschen und „der Politik“ gerichtete Aktionsformen wenig bringen, doch noch haben wenige Alternativen jenseits von Alarmismus und Rückzug ins „solidarische“ Preppen Einzug in unsere Praxis gefunden.

Inspiriert von Climate Emotions Studies, Psychoanalyse, ökologischer Philosophie, radikalem Aktivismus und „dunklem Sozialismus‟ will dieser Workshop dazu einladen, gemeinsam über das Erschaffen von positiven und ermächtigenden Gefühlen als aktivistische und kulturelle Arbeit im Klimakollaps nachzudenken.

Ausgehend von Beispielen wie der Bewegung der ZADs in Frankreich, Initiativen zu „ökologischen Feiertagen“ oder der Errichtung neuer Rituale zum Umgang mit Gefühlen in der Klimakrise wollen wir dazu einladen, aus der radikal-ökologischen Perspektive konstruktive Beiträge für eine linke Vision des Abstiegs des Westens und einer dem Kollaps entgegentretenden Gesellschaftstransformation zu suchen. 

Sonntag, 19. Juli 2026

"Auto-Destruction et confort moderne" aux festival La machine dans le jardin, 24.-26.7, Mellionnec

 Je suis ravi de participer aux festival "La machine dans le jardin" ce fin juillet !  


Je vais discuter avec Léa Hobson sur le sujet "Auto-Destruction et confort moderne" le 25 juillet á 16:45. Le programme entière se trouve ici: https://lamachinedanslejardin.eu/?page_id=785

Le livre qui sera la base de discussion de mon coté sera "Auto-Destruction", celui de Léa Hobson "Désarmer le béton". Je suis déjà très curieux dans notre discussion! 

Montag, 13. Juli 2026

"Zur Erschaffung ermächtigender Räume und Gefühle in Zeiten des Klimakollaps" @ Allmende Kontor, Tempelhofer Feld - Berlin, 16.7, 18h

 

Ich freue mich sehr auf Einladung von Christophe Kotanyi am Donnerstag beim Allmende-Kontor am Berliner Tempelhofer Feld einen Impulsvortrag geben zu können. Der - bis dato - erfolgreiche Kampf um das Tempelhofer Feld war für mich als junger Teenager, der frisch und verwirrt nach Berlin gezogen ist, ein politisch sehr prägendes Erlebnis. Deswegen ist eine Erneuerung des kämpferischen Erhaltungswillens dieses einmaligen Freifelds für mich ein ganz wichtiges, persönliches Begehren und in meinem Vortrag werde ich u.a. über eine (großteils in der Linken fehlende) Kultur des Feierns von Erfolgen sprechen. Ich werde ausgehend von Beobachtungen und Erfahrungen aus aktivistischen Kämpfen (allen voran den ZADs in Frankreich) über die Raum- und Institutionsbildung von unten sprechen und wie ermächtigende Gefühle im Klimakollaps ermöglicht werden können. Dabei werde ich natürlich auch über unsere Initiative des Zwentendorf-Feiertags sprechen und einen analogen "Tempelhofer Feld Feiertag" vorschlagen. Ich freue mich sehr auf die Gespräche!