Montag, 31. März 2025

Zwei Buchvorstellungen in München am 7+8.4: "Durchlöchert den Status Quo" in der Favorit-Bar und "Das Auto und die ökologische Katastrophe" im EineWeltHaus


Nach den zahlreichen Veranstaltungen der letzten beiden Wochen in Wien mache ich mich auf den Weg zu einer Deutschlandtour mit meinen BEIDEN neuen Büchern. Ich werde diese einzeln posten, aber unten findet ihr schon mal eine übersichtliche Auflistung mit Links. Erster Halt ist München, wo ich "Durchlöchert den Status Quo" am 7.4. in der Favoritbar und "Das Auto und die ökologische Katastrophe" am 8.4 im EineWeltHaus vorstellen werde. 

Den Link zur Veranstaltung im EineWeltHaus findet ihr hier. 


Weitere Buchvorstellungen:

3.4 in der Liberia Utopia, Wien

9.4: "Durchlöchert den Status Quo!" (mit Michael Hirsch) in der Bücherkiste in Siegen

11.4: "Das Auto und die ökologische Katastrophe" (in Diskussion mit Tatjana Söding) am 11.4 an der FU Berlin. 

14.4: "Das Auto, die ökologische Katastrophe und der kommende Faschismus" (im Gespräch mit Conrad Kunze und Peter Nowak) im Museum des Kapitalismus, Berlin

15.4: "Wie überkommen wir unsere toxische Liebesbeziehung zum Auto?" (im Gespräch mit Anna Baatz von Berlin Autofrei) im Lettretage Berlin

16.4: "Durchlöchert den Status Quo!" in Zabriskie - Buchladen für Natur und Kultur, Berlin

17.4: "Durchlöchert den Status Quo!" im Schauspielhaus Hamburg

24.4: "Das Auto und die ökologische Katastrophe" im PMK in Innsbruck

4.5: beim donaufestival in Krems

21.5: im Brecht-Haus in Berlin

23.5: bei den Linken Buchtagen in Berlin

Sonntag, 23. März 2025

Ökologie als Kulturarbeit? Erste Skizze eines Zwentendorf-Feiertags - am 29.3 im Atelier Kombinage

Ich freue mich sehr, mein nächstes größeres Kunstprojekt zum ersten Mal der Öffentlichkeit vorstellen zu können. Gemeinsam mit Tomas Zierhofer-Kin und Verena Frauenlob, die eine erste Skizze eines Rituals performen wird, sprechen wir am 29.3 im Atelier Kombinage über die philosophischen und gesellschaftlichen Ideen hinter dem Projekt "Zwentendorf-Feiertag", welches am. 5.11 zum ersten Mal geschehen wird!



Die ökologische Krise wird oft als ein „Naturproblem“ begriffen, demgegenüber unsere Kultur vergleichsweise unverändert bleibt – nur halt zertifiziert „klimaneutral“ und „umweltfreundlich“. Aufgrund dessen wird Ökologie von der Mehrheit negativ mit Leiser-Treten, Verzicht und Hausaufgaben-Machen assoziiert. Diese Konnotation hemmt die bitter notwendige Veränderung unserer Gesellschaft, da sie weder Euphorie noch Gemeinsamkeitsgefühl hervorrufen kann. An diesem Abend soll anhand des konkreten Beispiels eines „Zwentendorf-Feiertags“ als Kunstprojekt darüber diskutiert werden, wie ökologische Arbeit zuallererst auch Kulturarbeit ist. Wir glauben, dass ökologische Transformation der Errichtung einer Kultur bedarf, in der im Sinne der Umwelt positives Handeln als freudvoll, ermächtigend und gemeinschaftsstiftend wahrgenommen wird. Keine Kultur kommt ohne ihre Institutionen aus. In diesem Sinne braucht es auch die Errichtung neuer kultureller Institutionen, die dieser kommenden ökologischen Kultur einen Rahmen geben kann.
Das Projekt „Zwentendorf-Feiertag“ versucht eine solche Institution als einen österreichweiten Feiertag zu etablieren. Obwohl heute mehr Menschen in Österreich die Notwendigkeit ökologischen Wandels anerkennen als es konfessionelle Christ*innen gibt, sind fast alle nationalen Feiertage christlich geprägt – von einigen wissen viele nicht mal mehr, worum es bei ihnen eigentlich geht.
Das erfolgreiche Referendum gegen das Atomkraftwerk Zwentendorf und die daraus resultierende „nationale Identität“ Österreichs als „atomfrei“ ist eine Erfolgsgeschichte der Ökologiebewegung, die auch weit über die Grenzen Österreichs bekannt und Gegenstand von Freude und Respekt ist. Auch wenn die Gesellschaft in vielen Punkten gespalten ist, sind sich in Österreich doch fast alle einig, dass die Zwentendorf-Entscheidung eine gute war und die Atomfreiheit Österreichs etwas ist, auf das man stolz sein kann. Welcher Tag würde sich also mehr für die Verbindung und Zusammenführung der Gesellschaft als Feiertag eignen, als der 5.11. – der Tag des positiven Referendums gegen Atomkraft in Österreich!
Durch die Absage an ein katastrophales Infrastrukturprojekt hat man den Weg frei gemacht für eine nachhaltigere Zukunft. Noch heute ist Österreich bekannt als singulärer Staat in Europa, der sich demokratisch und zukunftsweisend gegen Atomkraft und damit verbundenen Langzeit-Folgen entschieden hat. Durch das rituelle Erinnern und Feiern des Zwentendorf-Referendums, soll so nicht nur gesellschaftliche Akzeptanz, sondern darüber hinaus auch Freude und Lust an weiteren Absagen (wie z.B. Autobahnen, zukünftigen Flughafen-Projekten oder anderen nicht mehr zukunftsfähigen Infrastrukturprojekten) als Wegmarke einer inklusiven Zukunft gefeiert werden.
An diesem Abend wird die Künstlerin Verena Frauenlob eine erste Skizze eines Rituals für den Zwentendorf-Feiertag darbieten. Im Anschluss wird die* Philosoph*in und Künstler*in Kilian Jörg die Idee ökologischer Kultur philosophisch auseinandersetzen. Abschließend werden die beiden mit dem Kurator Tomas Zierhofer-Kin über den Feiertag und seine Potentiale diskutieren. 
Moderation und Organisation: Selina de Beauclair



 

Freitag, 21. März 2025

"Durchlöchert den Status Quo" - JETZT IM BUCHHANDEL ERHÄLTLICH !!


Vorgestern hat mich unser neues Buch "Durchlöchert den Status Quo" postalisch und frisch aus der Druckerei erreicht. Ich bin sehr froh, dass dieses politisch neue Wege gehende Buch mit Michael Hirsch nun das Licht der Welt erblickt hat und bin schon sehr gespannt auf die Rezeption! Hier schon mal das Urteil von Eva von Redecker über unser Buch:

»Michael Hirsch und Kilian Jörg gelingt etwas ganz Erstaunliches: Sie verbinden die wildesten Impulse des französischen Linksradikalismus mit einer soliden, geradezu demütigen Reformperspektive, die den Staat auf Gemeinwohl und Gemeinbesitz verpflichten will. So gilt gleich doppelt: Wir müssen die Revolution nicht erfinden, sondern in Wald und Verwaltung das verteidigen, was das freie Zusammenleben aller ermöglicht.« 

Wir werden das Buch in den nächsten Wochen in diversen Städten vorstellen, Liste weiter unten. Alle Infos zum Buch findet ihr auf der Verlagshomepage von Nautilus!

Buchvorstellungen:

3.4 in der Liberia Utopia, Wien

7.4 in der Favorit-Bar, München

9.4 in der Bücherkiste in Siegen

16.4 in Zabriskie - Buchladen für Natur und Kultur, Berlin

17.4: im Schauspielhaus Hamburg

4.5: beim donaufestival in Krems

21.5: im Brecht-Haus in Berlin

23.5: bei den Linken Buchtagen in Berlin

 

Donnerstag, 20. März 2025

soiled love: caring for the wound - 2.4.2025 with Stoffwechsel - Ecologies of Collaboration

My work with Stoffwechsel - Ecologies of Collaboration is going into its 10th year. After having visited various autonomous zones and other concrete utopias in resistance against the ecocidal status quo we have focused in the last two sessions on sites of struggle that have been lost - like Hirschstetten in Vienna. We want to invite you for a praxis of mourning and caring for the wound in togetherness on the 2nd of April.

In recent years, Stoffwechsel – Ecologies of Collaboration has investigated autonomous zones and spaces of resistance where different concepts of the future collide. Where old, modernist futurisms and new, ecological forms of life clash as resistant practices, wounds often appear that last much longer than the struggles over them. The Stoffwechsel collective has set itself the task of staying with these wounds and caring for them in a kind of witnessing: to be there for the feelings that arise in such places of devastation and upheaval of the landscape; to linger where no one wants to stay – close to and in the pure transit zones of urban planning.

In this spirit, we are making a pilgrimage for the second time to Hausfeldstraße, where another urban motorway is currently being built with a considerable structural intervention in the former village structure of Hirschstetten and where the occupations against the construction of the Lobau motorway tunnel took place in 2021. 

We invite you to walk together, observe and perceive the still open wounds of an expanding city driven by automobilism and try to sense life and survival in these sacrificed zones.

--> find more info and details here.


 

Donnerstag, 13. März 2025

"La voiture électrique : un maintien du statu quo sous de verts auspices" dans LES TEMPS QUI RESTENT

 

I am very happy to announce that my first article in french, translated by Pierre Schwarzer, has been published in the Journal LES TEMPS QUI RESTENT in a special dossier on Lithium. It is a further development of excerpts of chapter 10 of my German book "Das Auto und die ökologische Katastrophe". At this occassion I can already announce that the book is currently in translation an will appear under the beautiful title "Autodestruction" with Edition Wildproject in September!

Thanks to Louis Bidou for the kind invitation to contribute! The Abstract of the paper is:

Symbole incontournable de la « transition écologique », la voiture électrique est souvent présentée comme l’avenir de la mobilité. Pourtant, en 1905, près de 35 % du parc automobile mondial était déjà électrique, contre moins de 2 % aujourd’hui. Comment expliquer ce paradoxe ? Le futur que l’on nous vend n’est-il qu’un retour déguisé au passé ? Et si, sous couvert d’innovation, nous ne faisions que continuer notre présent et ses politiques dévastatrices ?

--> find the article in LE TEMPS QUI RESTENT here

Montag, 10. März 2025

Ecological Reasonings - book presentation @ FB Philosophie der Universitätsbibliothek Wien, 24.3

I am thrilled to be able to present my book Ecological Reasonings, that started out as a PhD at the University of Vienna, at its library on the 24.3 - the place where I have spent countless hours of going mad with the manifold and uncountable reasonings I describe in the book. The presentation with be introduced by my dear supervisor Arno Böhler. Furthermore, I am presenting two of my books within a week at University of Vienna - which is especially gorgeous since I have always planed those two books as "twin books": while Ecological Reasonings is the more strictly speaking philosophical book, I try to show in Das Auto und die ökologische Katastrophe (that I am presenting at the same location on the 20.3) how a regime I term "Monorationalism" is being inscribed into our modern life-worlds, thus forcing us to all embody this limited version of reasonabilty (whether we like it or not). 


Welche Rolle hat die „Vernunft“ bei der Bewältigung der katastrophalen ökologischen Situation im frühen 21. Jahrhundert? Kann dieses althergebrachte Konzept seine problematische Rolle in der westlichen Epistemologie ablegen und einen neuen Platz und eine neue Funktion im Umgang mit dem Anthropozän finden? In "Ecological Reasonings" argumentiert Kilian Jörg, dass wir die Vernünfte auf unsere Gefahr hin ignorieren.

Das Buch dreht sich um die Idee, dass wir "die Vernunft" in die gegenwärtige Bewegung zur Pluralisierung der Schlüsselkonzepte der westlichen Philosophie einbeziehen müssen, um sie zu retten – wo wir früher von der Natur, der Wissenschaft und der Technologie sprachen, sprechen wir heute von Naturen, Wissenschaften und Technologien. In gleicher Weise ist es an der Zeit, die Vernunft als "Vernünfte" neu zu konzeptualisieren – als vielfältigen und multiperspektivischen Reichtum an mehr-als-menschlichen Intraaktionen, der eine vitale Alternative zum akademischen Mainstream-Denken schaffen kann.

Unter Rückgriff auf ein breites Spektrum theoretischer Traditionen, darunter neuer Materialismus, Ökofeminismus, verkörperte Performance und spekulative Philosophie, verwebt Jörg unzählige Stimmen und Aspekte miteinander, um die reiche Textur seiner*ihrer pluralistischen Vision zu demonstrieren. Der Einfluss dieser neuen "Vernünfte" auf die drängenden Herausforderungen unserer Zeit zeigt sich in der schieren Bandbreite der Gegenstände dieses Buchs, von der Rolle der künstlichen Intelligenz über Post-Truth bis hin zur Frage, wie Wissenschaften unser Selbstverständnis prägen können.

--> Alle Informationen hier <---

Freitag, 7. März 2025

Das Auto und die ökologische Katastrophe @ FB Philosophie der Universitätsbibliothek Wien, 20.3

 


Ich freue mich sehr, mein Buch "Das Auto und die ökologische Katastrophe" am 20.3 in der UB Philosophie der Uni Wien zu präsentieren - eine Bibliothek, in der ich viele Stunden mit der Arbeit an Seminararbeiten im BA verbracht habe :) Einleitende Worte werden von der wunderbaren Alexandra Ganser kommen, es wird Brot und Wein geben und eine kleine Bilderausstellung unseres Performanceprojekts "Diverting the Public Space" - ich freue mich sehr auf den Abend und hoffe viele von Euch dort zu sehen!

Dienstag, 4. März 2025

How rebellion against moralizing has become a surprising rallying point for the political right @ The Conversation


Alexis Shotwell and me wrote a little comment about moralizing, triggered by JD Vance's statement at the Munich Security Conference: “If American democracy can survive 10 years of Greta Thunberg’s scolding, you guys can survive a few months of Elon Musk.” This statement seemed to express so much we are working on currently in our book project "An Ecology of Moralizing" so we decided to take a break from the actual work of the book and write this article. The style and tone of the article is unusual to me, but it was an interesting exercise to intervene in current debates like that.

--> Read the full text here  

Donnerstag, 20. Februar 2025

Letzte Generation - Dark Version

Ich habe gestern eine Szene auf einer Wiener Straße erlebt, die mich seither verfolgt. Es war wie die post-apokalyptische Version der Straßenblockaden der Letzten Generation - ich habe sie aufgeschrieben, um sie irgendwie zu verdauen. Ein Versuch.

 

Eine junge Frau mit recht dunkler Hautfarbe stürzt vor mir unter Tränen auf die Straße und schreit das bremsende Auto an: „Überfahr’ mich! Ich kann so nicht mehr leben, diesen Rassismus überall, ich halte ihn nicht mehr aus.“ Der Lenker, weiße Hautfarbe, ist sichtlich überfordert von der Situation, er steigt halb aus seinem Fahrzeug aus, über seinen Blick huscht eine Mischung aus Entsetzen und Mitgefühl. Doch sein Körper verkrampft ungesund und sein Mund zischt Laute, die zwischen „Schleich di’“ und „Fotze“ varieren. Männliche Hilflosigkeit.

Der Radfahrer hinter mir, von dem ich vom Hipster-Aussehen geschlossen mehr erwartet hätte, geht nun auch auf die heulende Frau zu und versucht sie zu beruhigen. Doch seine Worte sind bloß: „Sie können da nicht auf der Straße sein, da wollen die Autos fahren“ – als ob dies eine unumgängliche Überzeugungskraft hätte, egal wie psychotisch der Anfall gerade ist. Da die Frau, wenig überraschend, nicht reagiert, wiederholt er nur repetitiv seinen Satz und schließt damit, dass man nichts anderes machen kann als die Polizei zu rufen. Dann droht er mehrmals mit der Polizei und versichert, dass die helfen kann.

Vorhin hatte ich versucht, die verzweifelte Frau möglichst nett anzusprechen, um sie irgendwie zu beruhigen. Doch sie wiederholte nur ihren Todeswunsch und dass sie nicht mit mir sprechen wolle. Da die beiden Männer weiter schimpften / mit Polizeianrufen halfen, verlagerte ich meine Aufmerksamkeit auf die beiden und fragte diese, ob das wirklich ihr bester Einfall wäre im Umgang mit einer Person, die offensichtlich gerade einen psychotischen Anfall aufgrund des grassierenden Rassismus in diesem Land erfuhr. Ich meinte vorhin zu erkennen, dass sie aus einem Magistrat auf die Straße gelaufen war, welches über Anerkennungs- und Weiterbildungsmaßnahmen entschied. Die beiden Männer fühlten sich auf den Schlipps getreten, wiederholten sich jedoch schleifenartig nur in ihren jeweiligen Empathieblockaden. Sie hatten sich nicht ausgesucht hier zu sein und was gebe es einer das Recht sich hier gerade vor ihnen umzubringen.

Irgendwann hatte der Autofahrer es irgendwie geschafft, an der Frau vorbei zu kurven. Doch sie lief entschieden vor das nächste, größere Auto und wiederholte schreiend ihre Forderung, überfahren zu werden. Sie könne nicht mehr.

Der Fahrer des Kleintransporters, sichtlich auch jemand mit migrantischem Hintergrund – und scheinbar unter Lieferstress – , stieg aus und versuchte die Frau zuerst sanft an den Schultern von der Straße zu lenken. Doch als sie sich wehrte und nur ihren Selbstmordwunsch wiederholte, wurde auch er ungehalten, beschimpfte sie und brauste in seinem Auto davon.

Zum Glück schaltete sich dann auch irgendwann mal eine Person mit in die Szene ein, die emotional kein kompletter Analphabet war. Natürlich war die Person weiblich. Gemeinsam schafften wir beide es, die Verzweifelte davon zu überzeugen, dass sie jetzt hier niemand überfahren werde. Sie verließ weiter unter Tränen die Straße. Ich sagte ihr recht bald, dass die Polizei gerufen wurde – ob sie das denn wolle. Trotz des hierzulande unumstrittenen Rufs der lokalen Polizei als Vorfront des antirassistischen Widerstands wollte die Frau das nicht und lief panisch davon. Wir kamen ihr nicht nach. Wollten es wahrscheinlich auch nicht.

Der Stau und das Hupkonzert in der engen Straße im ersten Wiener Gemeindebezirk, welches wir hinterließen, löste sich langsam auf als ob nichts gewesen wäre. Alle diesen Männern, alleine hinterm Steuer von riesigen Maschinen, schien nichts wichtiger zu sein, als einfach nur weiter zu kommen, weiter ihrem scheiß Alltag hinterher zu hetzen. Und bitte möglichst nicht daran erinnert zu werden, dass dieser frustrierend ist. Wenn mich jemand mitfühlen macht, muss ich auch selber fühlen. Dies wird scheinbar als Angriff gewertet, unter den Scheißbedingungen des Lebens dieser Scheißmänner, scheinbar. Deswegen lieber, wie schon Jesus gesagt hat: Noli me tangere.

In der Luft liegt die Erinnerung an die Straßenblockaden der Letzten Generation, die sich letztes Jahr in Österreich aufgelöst hat, weil sie die Hoffnung auf die Transformation der Gesellschaft aufgegeben hat. Hier und heute erlebten wir, so erschien es mir, die dunkle, post-apokalyptische Version einer solchen Blockade. Und alle waren froh, dass das Leben so weiter geht wie bisher. Und die Abgase sich weiter in der Innenstadt stauen können. Fuck Patriarchy.

Mittwoch, 19. Februar 2025

"Die große Auto-Lüge: Wie wir uns selbst in die Katastrophe fahren" Interview mit Telepolis & Review in "Wirtschaft & Umwelt"

Ich durfte mit Frank Jödicke von der Telepolis über mein Buch "Das Auto und die ökologische Katastrophe" und eine politische Einordnung dessen in der faschistischer werdenden Gegenwart sprechen. Danke Frank für das Interview!


 --> ihr könnt es hier nachlesen <--

Zeitgleich ist ein sehr nettes Review des Buchs im Magazin "Wirtschaft & Umwelt" der Arbeiterkammer erschienen. Ich zitiere: 

"Ähnlich wie Bifo Berardi oder Mark Fisher arbeitet sich Kilian Jörg durch die Phänomene einer stillstehenden Moderne, die keine tiefgreifenden Neuerungen mehr zu erlaubten scheint. Wenn wir die letzten Meter vor dem Abgrund nicht mit einer weiteren Autobahn zubetonieren wollen, dann müssen jetzt wohl utopische Änderungen her. Dieses Buch hilft bei der Suche danach."

>> Ihr findet es auf S. 33 hier <<



Montag, 17. Februar 2025

"Die Utopie der autofreien Welt" @ The Passenger-Podcast - Die Zukunft der Mobilität

Kann man utopisch Denken ohne den Kollaps zu negieren? Im Podcast "The Passenger" durfte ich über meine Utopie der autofreien Welt sprechen und diese in der aktuellen politischen Situation einordnen.


--> https://the-passenger.podigee.io/7-kilain-jorg <--

Wir lieben das Auto, aber diese Liebe ist toxisch. Das sagt der Wiener Philosoph Kilian Jörg. Tatsächlich haben Emissionen des Autoverkehrs einen großen Anteil an der aufziehenden Klimakatastrophe.

Doch wie können Alternativen zu unserer autobasierten Zivilisation aussehen? Über diese Frage sprechen Jörg und Host Christian Cohrs in dieser Epsiode von "The Passenger".

Es geht um die Utopie einer autofreien Welt, Zonen, in denen ein Leben mit einer anderen Mobilität bereits ausprobiert wird und die Forderung nach einem anderen Umgang mit den Pionieren eines nachhaltigeren Umgangs mit dem Planeten.

Wer tiefer in das Thema einsteigen will, bestellt sich am besten direkt Kilian Jörgs Buch "Das Auto und die ökologische Katastrophe – Utopische Auswege aus der autodestruktiven Vernunft" bestellen: https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-7408-8/das-auto-und-die-oekologische-katastrophe/

Wenn du keine Episode und News verpassen willst, dann folge "The Passenger" auf Linkedin (https://www.linkedin.com/company/passengerpodcast) oder Instagram (https://www.instagram.com/the_passenger_podcast/).

Ich danke Christian Cohrs für das schöne Gespräch!

Mittwoch, 29. Januar 2025

The king was pregnant – SF Book Club #1 - online now

You can now listen to our discussion of Ursula K. LeGuins The Left Hand of Darkness from last Sunday online here: https://de.cba.media/694804


Im allerersten Superscience Me Live-Radio-Lesekreis widmen wir uns einem absoluten Klassiker feministischer Science Fiction-Literatur. Wir lesen „The Left Hand of Darkness“ (1968) der US-amerikanischen Autorin Ursula K. LeGuin. Auf Deutsch wurde der Roman unter den Titeln „Die Linke Hand der Dunkelheit“ und „Winterplanet“ publiziert.
Julia Grillmayr spricht mit dem Philosophen und Künstler Kilian Jörg und der Umwelthistorikerin Sophia Rut über das spezielle (kalte) Setting des Romans und warum er feministisch (und auch anarchistisch) genannt werden kann. Mit Anrufer*innen beraten wir darüber, was das für eine Art von Science Fiction ist – und was „SF“ alles bedeuten kann.

Dienstag, 14. Januar 2025

"The king was pregnant" - Science Fiction Book Club #1 - 26.1.2025, 14-15h


I am very much looking forward to chat with Julia Grillmayr and Sophia Rut in the first edition of the new Superscience Me Science Fiction Book Club at Radio Orange 94.0 about Ursula LeGuin's breathtakingly early (1968!) queer SF novel "The Left Hand of Darkness". It takes place on the 26.1 from 14-15h and you can call in - it will be a lot of fun :)

https://o94.at/programm/sendung/id/2436043

Freitag, 10. Januar 2025

Talk at "Noons For Now" (Ottawa) on 16.1: Science Fiction and How We Imagine Climate Futures

With my writing-partner and currently favorite person to think with we will give a talk at Ottawa's "Noons For Now" as part of the Carleton Climate Commons. You will be able to attend via Zoom (like I will) if you register online!



Often science fiction depicts the climate future as unlivable, or as barely survivable only through an intensification of “capitalist realism” – everything is for sale, only the rich have access to technologies sufficient for minimal comfort, and Earth ecologies are in continual free-fall or already destroyed in service of profit. In this conversation, we discuss science fictional imaginings of livable collective futures. We put two recent texts (Ruthanna Emrys’s A Half-Built Garden and M.E. O’Brien and Eman Abdelhabi’s Everything for Everyone) in conversation with an older non-dystopian imaginary (“P.M”’s bolo’bolo).

Alexis Shotwell is theory and science fiction fan, functional potter, and she bike rides in all weather. Alexis has been part of the Department of Sociology and Anthropology at Carleton since 2012 and cross-appointed to Philosophy and the Pauline Jewett Institute of Women’s and Gender Studies. Kilian Jörg is a philosopher and artist based in Vienna and Berlin whose research focuses on ecological epistemology and the intersection of art and philosophy.

--> register here <--

Montag, 6. Januar 2025

Ecological Reasonings - Out Now!


Many of you know I have been working on what could be understood as Reasonability in the Anthropocene for more than 8 years. Well, what has been my PhD has now been released as a book titled Ecological Reasonings with Bloomsbury.

"Beautifully and carefully intervening in what have been perhaps too-settled waters, the book offers a compelling account of the sensuous and situated reasoning practices we might craft in confronting the multiple ecological catastrophes we face. Understanding reasonings as a collective endeavour, built in relationships among beings, actants, and our unevenly shared milieux, Jörg offers an inspiring call to building a different “we” that can playfully and in an ongoing way contribute to shared life in a living world."

This is how my dear friend Alexis Shotwell describes the work and I wholeheartedly invite you to take a look for yourself. Unfortunately, it is only out as hardcover as of now (meaning it has a ridicolous price), but maybe you can ask your trusted library to get it for you. Otherwise I encourage you to win the lottery, rob a bank or wait for another 18 month, which I am told is when the paperback (for 28€) will be released.

Also, if you know of any podcasts, conferences or symposia that might be interested in the work, I would be happy to present it and be forwarded by you to the occasion!


What role does 'reason' have in tackling the catastrophic ecological situation of the early 21st-century? Can the concept shrug off its problematic role in Western epistemology and find a new place and function in dealing with the Anthropocene? In Ecological Reasonings, Kilian Jörg argues that we ignore reason at our peril.

This book revolves around the idea that in order to salvage reason, we must include it in the current move to pluralize the key concepts of Western philosophy – where we once talked of nature, science and technology, we now talk about natures, sciences, and technologies. In the same way, it is time to reconceptualize reason as reasonings – a diverse and multi-perspectival wealth of interactions that can create a vital alternative to the mainstream academic thought. Drawing on a broad span of theoretical traditions including new materialism, eco-feminism, embodied performance and speculative philosophy, Jörg weaves countless voices and aspects together to demonstrate the rich texture of his pluralized vision. The impact of these new reasonings on the pressing challenges of our time can be seen in the sheer scope of these elements, from the role of artificial intelligence to the post-truth society and how science can shape our own self-understanding.


Donnerstag, 2. Januar 2025

Dead City Driving - Discussion with Tadzio Müller about Climate Activism in about:blank - 10/1/24

I am already very much looking forward to this event:

 


A100 wegbassen lädt ein, denn: Repression kostet, Klimakrise wird richtig teuer, Parken bleibt umsonst. Expert*innenempfehlen mehr Beton, wir empfehlen: Disko, Umsturz, Landpartie. Tadzio Müller und Kilian Jörg unterhalten sich über Kollaps, Gefühle und das Auto als ökologische Katastrophe, trinken Schnaps und geben Tips. Sie beschimpfen das Auto und seine Welt und sprechen über Hoffnung inmitten der Katastrophe. Zusammen mit der BI A100 sprechen sie darüber, wie wir den Weiterbau der Autobahn verhindern werden. 
Moderiert von TOP B3rlin. Im Anschluss Tanz. Soli für A100 Wegbassen. 

Lesung und Gespräch | 20:00 Uhr | Kilian Jörg ("Das Auto und die ökologische Katastrophe") und Tadzio Müller ("Zwischen friedlicher Sabotage und Kollaps") | 
Special Guest: BI A100 Party | 22 Uhr | music on the brink of time. 
 +++ Soli-Merch +++ Zeltkneipe +++ Hütte +++