I am incredibly excited to present my current book project, titled "Living in Ecocide - Art and Culture in Times of Planetary Collapse" at the renowned Einstein Forum in Potsdam. The book is still in process, today I actually finished drafting chapter 5 of 6 and I am really exited to share the topics that have occupied me the most in the last 18 months to a larger audience for the first time. I have got to say that this book - perhaps unsurprisingly, given the weight of the topic - was the most psychologically challenging to me, but I am already very happy with the result and can't wait to share it with listeners and - eventually - readers! Although the book is written in English, the talk will be in German.
Leben im Ökozid. Kunst und Kultur in Zeiten von planetarem Kollaps
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„Drill, baby, Drill“ ist das neue „I want you to panic!“. Lange Zeit glaubten Umweltaktivist*innen, die Gesellschaft durch rationale Aufklärung zum Wandel bringen zu können. Doch in der zunehmend von faschistischen Tendenzen gezeichneten Gegenwart scheint sich eher das Gegenteil zu bewahrheiten. Egal ob Trumps Imperialismus, Epsteins misogyne Eugenik oder Thiels Fluchtfantasien auf den Mars – Rosa Luxemburgs Warnung vor dem Einbruch der Barbarei mangels gesellschaftlich inklusiver Alternativen scheint sich in Zeiten der Klimakatastrophe zu bewahrheiten. In diesem Vortrag analysiert Kilian Jörg psychoanalytisch und philosophisch diese Dynamik einer höchstgradig verdrängenden Gesellschaft und skizziert Auswege aus dem Dilemma. Kilian untersucht dabei die Aufnahme von „Ökozid“ als „Fünftes Verbrechen gegen die Menschheit“ beim Internationalen Strafgerichtshof als Möglichkeit einer neuen gesellschaftlichen Verhandlung von noch gänzlich diffuser „Klimaschuld“. Zudem beleuchtet der Vortrag das komplizierte Begehren, „indigen“ zu werden, als Konsequenz eines solchen rein-negativ konnotierten Umweltbewusstseins und endet mit einem Plädoyer für ökologische Transformation als radikale Kulturarbeit. Entgegen eines „Zurück zur Natur“ muss sich ökologische Politik als kultureller und zivilisatorischer Fortschritt gegen die kommende Barbarei des Desaster-Kapitalismus verstehen.
Kilian Jörg (www.kilianj.org) arbeitet sowohl künstlerisch als auch philosophisch zum Thema der ökologischen Katastrophe und fragt, wie deren transformative Kräfte am besten gedacht und eingesetzt werden können. Kilian unterrichtet an der School of Transformation der Universität für Angewandte Kunst Wien und in der Studienabteilung Plastik und Environment der Kunstuniversität Linz. Kilian hat zu diesen und anderen Themen publiziert und Performances, Installationen, Filme und andere Multi-Mediakunstwerke – oft in Zusammenarbeit mit künstlerisch-aktivistischen Kollektiven wie Futurama°Lab oder Stoffwechsel – gezeigt.

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