Mittwoch, 9. September 2026

Screening "Une île et une nuit" und Talk über Zadismus in Frankfurt, 14.9 18h


Ich freue mich schon sehr darauf, nächsten Montag den Film "Une île et une nuit" in der Villa Gründergeist in Frankfurt zu zeigen und einen kleinen Vortrag über die politische Ökologie darum zu halten. Hier alle Infos.

Wie kann man die Flucht aus dem ökozidalen, kapitalistischen System produktiv denken? Egal ob Geflüchtete aus Subsahara-Afrika oder ehemalige Büroangestellte aus europäischen Großstädten, alle haben ihre Motive aus diesem destruktiven System auszusteigen und gemeinsam ein queeres neues Leben mit einem positiven Verhältnis zur Umwelt aufzubauen. 

Der Film „Une île et une nuit“ des Kollektivs Pirates des Lentillères ist ein einzigartiges Dokument über die französische radikale Szene rund um die „Zads“ (zones à defendre) und die Freude am Kampf für ein besseres Leben im Klimakollaps. Geschossen in elf Sprachen ohne Untertitel durfte jede beteiligte Person ihre persönliche Geschichte erzählen und verwirklichen. Herausgekommen ist ein surrealistisch, teilweise fast kindlich lustiges Piratenepos über den Kampf gegen Großkonzerne und für den Erhalt von Boden, welches eine jede Person auf somatisch, vorsprachliche Weise mitreißt.

Der Film wurde ohne Hierarchien und Führung, als Teil der in der ZAD des Quartier Libre de Lentillières in Dijon regelmäßig abgehaltenen Assemblies gemeinsam verwirklicht und ist in Machart wie in Sujet ein lebendiges Dokument wieviel mehr Kultur, Freude und Ermächtigung durch commoning entstehen kann. Ohne Budget und trotzdem auf 16 mm gedreht zeigt der Film eindrücklich, dass Kultur jenseits kapitalistischer Vereinnahmung viel lebendiger sprießt und sich in den kollektiven Kampf für das (Über)leben organisch einschreiben kann.


Dienstag, 8. September 2026

Cinema LuNa - Luttes environnementales et Naturalisme au Cinéma, 9.-14.9 à Dijon


I will be assisting the wonderful festival Cinema LuNa in Dijon in the upcoming days - I will be moderating & introducing certain films and will host the round table on the final day. I am very much looking forward to collectively reflect on the role of cinema and cultural work in times of planetary crisis! Find all the info here: https://luna-cinema.net/ 

Je participerai ces prochains jours au formidable festival Cinema LuNa à Dijon : j'animerai et présenterai certains films, et j'animerai la table ronde le dernier jour. J'ai vraiment hâte de réfléchir ensemble au rôle du cinéma et du travail culturel en cette période de crise planétaire ! Retrouvez toutes les informations ici : https://luna-cinema.net/ 

Samstag, 29. August 2026

"Radical Commoning Practices in a Pluriverse facing planetary collapse" @ Valley of the Commons, Hirshwang an der Rax, 31.8&1.9.2026

I am very happy to be able to present the more radical aspects of commoning in contemporary political practice at the "Valley of the Commons" meeting taking place this year close to my hometown Vienna in the Austrian Alps. I'll show the movie of my friends and comrades of the Pirates de Lentillières on the night of the 31.8 and will give a lecture on the subsequent morning. Here is some more info, although not plenty: https://www.valleyofthecommons.com/ - find my abstracts below! <3


Une Île et une nuit

How can we think productively about escaping the ecocidal, capitalist system? In the film, both refugees from sub-Saharan Africa or former office workers from major European cities have their reasons for breaking away from this destructive system and building a new, queer life together with a positive relationship to the environment. 

The film “Une île et une nuit” by the Pirates de Lentillières is a unique document about the French radical scene centered around the “Zads” (zones à défendre) and the joy of fighting for a better life amid climate collapse. Shot in eleven languages without subtitles, the film enabled every participant to tell and bring to life their own personal story. The result is a surreal, at times almost childishly funny pirate epic about the struggle against corporate giants and for the preservation of land, which captivates every viewer in a somatic, pre-linguistic way. The film was created collectively—without hierarchies or direction—as part of the assemblies regularly held at the ZAD of the Quartier Libre de Lentillières in Dijon, and in both its style and subject matter, it serves as a living testament to how much more culture, joy, and empowerment can emerge through commoning. Shot on 16mm film despite having no budget, the film impressively demonstrates that culture flourishes much more vibrantly beyond capitalist appropriation and can organically become part of the collective struggle for (survival). 


Radical Commoning Practices in a Pluriverse facing planetary collapse 

On the following day, Kilian Jörg will share theories, experiences and practices from contemporary radical struggles around commons. They will talk about various strategies of reclaiming the common, from the Zapatistas to Galicia en Comun, from the Zads in France to the Swiss Aufstände der Allemende. In this workshop, questions of belonging, indigeneity, tradition, struggle and resistance will be raised and we will together draw a map of possible survivance through a pluralistic patchwork of various commoning strategies coming together and fighting for a landing of our economies and life-styles on the earth we live on.

Montag, 24. August 2026

Posthuman Social Club #7 goes We Are Founding A City 27.+28.8.2026, Zukunftshof Wien

I am delighted to announce that we are doing the 7th edition of the Posthuman Social Club as part of the We Are Founding A Cty Festival at Zukunftshof Vienna. I will be guiding various collective hallucinations about the posthuman urban future, will build a shrine to the local roadkill with Sabrina Rosina and instruct an early morning dawn cloud reading session together with Samuel Toto Perez. I am looking forward to the fun! 

Die siebente Ausgabe des Post-Human Social Club folgt dem Festival WE ARE FOUNDING A CITY hinaus an den Zukunftshof, um die Zukunft der Stadt aus einer mehr-als-menschlichen Perspektive zu betrachten: Über wessen Zukunft und wessen Stadt reden wir eigentlich? Und wer ist »we«, das hier eine Stadt gründet? Schließt es auch die Ameisen, Ratten und Kakerlaken ein, die unsere Unterwelt zusammenhalten? Die Tauben und Raben, die auf unsere menschliche, allzu menschliche Ordnung in höchst kreativer Weise scheißen?

Über den Gründungsmoment einer Stadt lässt sich nur spekulieren, denn sie wird seit Jahrtausenden ko-kreiert: War es, als die ersten Pflanzen Photosynthese betrieben oder die ersten Würmer den Boden aufbereiteten? Oder doch erst, als die Algen des Mesozoikums langsam zu Erdöl gepresst wurden oder als uns der Weizen domestiziert hat?
Wir wollen das Denken, Fühlen und Handeln über die Stadt multisensorisch erweitern. Über welche baulichen Innovationen spricht man in den Kaninchenbauten? Welche atmosphärischen Strömungen lesen die Schwalben? Sind die Wespennester gewappnet für den kommenden Super-El Niño, und haben sich die Füchse schon ein Winterfell für das Erliegen des Golfstroms wachsen lassen?
Performances, Konzerte, partizipative Installationen, kollektive Halluzinationen einer nicht-mehr-menschlichen Zukunft, das Lesen der Wolkenformen und das Einatmen der Verwesungsdüfte des Roadkills werden zu Praktiken, um eine Stadt jenseits menschlicher Vorstellungshorizonte zu träumen. 
 
Wir beginnen donnerstags, spielen freitags weiter und das so lange bis samstags die Sonne aufgeht. 
Alfredo Ovalles, Brigitte Wilfing, Chloè Ryo, Doina-Cezara Procopciuc, Jorge Sánchez-Chiong, Kilian Jörg, Lia Wilfing, Pink Opaque (AT), Sabrina Rosina, Samuel Toro Pérez, TE-R [Louise Linsenbolz & Thomas Wagensommerer]
 
Hier das gesamte 4-tägige Festivalprogramm: https://wearefoundingacity.net/
 
Eine Produktion von andother stage mit freundlicher Unterstützung der Stadt Wien (MA7). 

Donnerstag, 13. August 2026

"Ermächtigende Räume und Gefühle in Zeiten des Klimakollaps schaffen" @ System Change Not Climate Change Camp, Karlsruhe, 17.8 16:30



Ich freue mich sehr gemeinsam mit Conrad Kunze einen kleinen Workshop mit dem Titel "Ermächtigende Räume und Gefühle in Zeiten des Klimakollaps schaffen" am System Change Camp zu halten. Mehr Infos zum Workshop unten - und alle Infos zum Camp hier: https://www.system-change-camp.org/ 

Ermächtigende Räume und Gefühle in Zeiten des Klimakollaps schaffen

Klimakollaps, Polykrise, systemisches Versagen, ökologische Katastrophe – die Namen für den desaströsen Zustand unserer Gesellschaft sind vielfältig, doch die aktivistischen Umgangsstrategien sind noch wenig ausgereift. Zwar macht sich die Einsicht breit, dass appellative, an die Vernunft der Menschen und „der Politik“ gerichtete Aktionsformen wenig bringen, doch noch haben wenige Alternativen jenseits von Alarmismus und Rückzug ins „solidarische“ Preppen Einzug in unsere Praxis gefunden.

Inspiriert von Climate Emotions Studies, Psychoanalyse, ökologischer Philosophie, radikalem Aktivismus und „dunklem Sozialismus‟ will dieser Workshop dazu einladen, gemeinsam über das Erschaffen von positiven und ermächtigenden Gefühlen als aktivistische und kulturelle Arbeit im Klimakollaps nachzudenken.

Ausgehend von Beispielen wie der Bewegung der ZADs in Frankreich, Initiativen zu „ökologischen Feiertagen“ oder der Errichtung neuer Rituale zum Umgang mit Gefühlen in der Klimakrise wollen wir dazu einladen, aus der radikal-ökologischen Perspektive konstruktive Beiträge für eine linke Vision des Abstiegs des Westens und einer dem Kollaps entgegentretenden Gesellschaftstransformation zu suchen. 

Sonntag, 19. Juli 2026

"Auto-Destruction et confort moderne" aux festival La machine dans le jardin, 24.-26.7, Mellionnec

 Je suis ravi de participer aux festival "La machine dans le jardin" ce fin juillet !  


Je vais discuter avec Léa Hobson sur le sujet "Auto-Destruction et confort moderne" le 25 juillet á 16:45. Le programme entière se trouve ici: https://lamachinedanslejardin.eu/?page_id=785

Le livre qui sera la base de discussion de mon coté sera "Auto-Destruction", celui de Léa Hobson "Désarmer le béton". Je suis déjà très curieux dans notre discussion! 

Montag, 13. Juli 2026

"Zur Erschaffung ermächtigender Räume und Gefühle in Zeiten des Klimakollaps" @ Allmende Kontor, Tempelhofer Feld - Berlin, 16.7, 18h

 

Ich freue mich sehr auf Einladung von Christophe Kotanyi am Donnerstag beim Allmende-Kontor am Berliner Tempelhofer Feld einen Impulsvortrag geben zu können. Der - bis dato - erfolgreiche Kampf um das Tempelhofer Feld war für mich als junger Teenager, der frisch und verwirrt nach Berlin gezogen ist, ein politisch sehr prägendes Erlebnis. Deswegen ist eine Erneuerung des kämpferischen Erhaltungswillens dieses einmaligen Freifelds für mich ein ganz wichtiges, persönliches Begehren und in meinem Vortrag werde ich u.a. über eine (großteils in der Linken fehlende) Kultur des Feierns von Erfolgen sprechen. Ich werde ausgehend von Beobachtungen und Erfahrungen aus aktivistischen Kämpfen (allen voran den ZADs in Frankreich) über die Raum- und Institutionsbildung von unten sprechen und wie ermächtigende Gefühle im Klimakollaps ermöglicht werden können. Dabei werde ich natürlich auch über unsere Initiative des Zwentendorf-Feiertags sprechen und einen analogen "Tempelhofer Feld Feiertag" vorschlagen. Ich freue mich sehr auf die Gespräche! 

Dienstag, 7. Juli 2026

Ecological Reasonings - now available as softcover!

 


My book Ecological Reasonings is now available in Softcover and therefore affordable to normal people as well! You can get it for about 30€ at Bloomsbury and in any bookstore that would order it for you <3

Since I have received 10 copies, I can hand out a couple of them for free to people who want to get it. Just drop me an email and we'll arrange the details! 

What role does 'reason' have in tackling the catastrophic ecological situation of the early 21st-century?
Can the concept shrug off its problematic role in Western epistemology and find a new place and function in dealing with the Anthropocene? In Ecological Reasonings, Kilian Jörg argues that we ignore reason at our peril.

This book revolves around the idea that in order to salvage reason, we must include it in the current move to pluralize the key concepts of Western philosophy – where we once talked of nature, science and technology, we now talk about natures, sciences, and technologies. In the same way, it is time to reconceptualize reason as reasonings – a diverse and multi-perspectival wealth of interactions that can create a vital alternative to the mainstream academic thought. Drawing on a broad span of theoretical traditions including new materialism, eco-feminism, embodied performance and speculative philosophy, Jörg weaves countless voices and aspects together to demonstrate the rich texture of his pluralized vision. The impact of these new reasonings on the pressing challenges of our time can be seen in the sheer scope of these elements, from the role of artificial intelligence to the post-truth society and how science can shape our own self-understanding.

Freitag, 19. Juni 2026

"An Ecology of Moralizing" @ queer museum vienna, 25.6.2026

I am very happy and honored to share our "An Ecology of Moralizing" workshop and lecture at Vienna's wonderful queer museum! It will take place next Thursday, 25th of June, from 18h - there will be food and pleasant company - all you need for building new and queer mores (lat. "customs")! (Maybe this is also a good opportunity to announce that we have now been offered a contract for our book - it will come out with Duke University Press next year - yey!)
 

An Ecology of Moralizing - A participative lecture & workshop by Kilian Jörg (and Alexis Shotwell, in absence)

Have you ever felt you are moralizing whether you wanted it or not? When you stood out as an example in ecological behavior or just made an irritated face at a racist or sexist comment? Morality and moralizing have for the longest time been perceived as the purview of the conservatives and the pursed-lips privileged prude. It was used against us queer and progressives. But in recent times this seems to have changed. Conservatives are more and more panicking about what they perceive as "woke" moralizing and scolding. Furthermore, fascist movements such as Trumpism can be understood - in part - as motivated by a rebellion against this perceived moralizing. How did we get there? Is it actually bad to talk about what would be a good way to live together?

We want to stay with the cringyness of moralizing impulses and explore what somatically takes place in us, inbetween us and around us if we moralize - or decide to not moralize. Thinking with movies like "Pride" (in which building morale is an essential part of coalitions between coal miners in the countryside and queers in the city), we want to think about the role of moralizing in our society. We want to speculate about more inclusive forms of building mores (=the etymological root of morals meaning something like "customs") together to build a more open and resisting society in times of rising fascism and moral depravity of the capitalist elite. In this workshop, we want to discuss personal experiences with moralizing - whether good or bad and propose a queer project of building morale through better understanding and practicing moralizing.

--> all the info 

Freitag, 12. Juni 2026

"Die Perchtentracht war etwas wirklich ganz besonderes..." Radio-Conversation with Julia Grillmayr at Radio Orange

 

I am kind of secretive and shy about it, but I am working, on and off, on a novel for already more then ten years which is...probably too weird to ever see the light of day :) Anyways, upon invitation of Julia Grillmayr, I dare to read an extract of it in her radioshow, the Science Fiction Book Club. We will discuss the role of traditions in speculative literature, but also left-wing radical politics. This is something I am more and more curious about, since I see a lot of reluctance to think openly about tradition in the German and English-speaking Left, while in France and Spain I perceive a much more relaxed and open, embracing relation to it. This continues to fascinate me. And I am very much looking forward to discuss these questions with a mind and brilliant as Julia's - you can also call during the show!

--> all the info 

Mittwoch, 10. Juni 2026

"Zukunft für alle: Demokratie und/oder Utopien, die verbinden?" @PMK Innsbruck, 18.6.2026

Ich freue mich schon sehr darauf, mit meinen Freund*innen vom Kulturkollektiv Contrapunkt und Judith Götz nöchste Woche über Utopien und eine potentielle, radikale Weiterentwicklung der Demokratie in Innsbruck zu sprechen! 



"Im Zentrum der gemeinsamen Kooperationsveranstaltung steht die Frage, wie Demokratie unter gegenwärtigen gesellschaftlichen Spannungen weitergedacht werden kann – nicht als abstraktes Ideal, sondern als gelebte Praxis, die möglichst viele Perspektiven einbindet. Die Veranstaltung lädt dazu ein, diese Fragen gemeinsam zu diskutieren und neue Ansätze für demokratische Zukunftsentwürfe zu entwickeln.Gemeinsam mit unseren Gästen Kilian Jörg und Judith Goetz werden demokratische Ansätze diskutiert, die versuchen, polarisierende Gegensätze zu überwinden und dadurch auf breite gesellschaftliche Akzeptanz abzielen - mit dem Ziel, mehr Menschen zu erreichen. Dabei rücken Utopien in den Fokus, die inklusiv und nachhaltig gedacht sind, unterschiedliche Lebensrealitäten und größtmögliche Vielfalt von Lebensweisen und Welten berücksichtigen. 

Die beiden Diskutant*innen werden sich dabei auf konkrete Beispiele aus ihren eigenen Forschungen und Erfahrungen beziehen. Kilian Jörg wird insbesondere auf das gemeinsam mit Michael Hirsch verfasste Buch Durchlöchert den Status Quo (2025) eingehen – ein Werk, das an die Kämpfe der ZAD in Frankreich anknüpft und dazu ermutigt, jenseits der scheinbaren Ausweglosigkeit des kapitalistischen Realismus neue politische Möglichkeitsräume zu denken. Judith Goetz hingegen bringt Erfahrungen ein, die sie im April 2025 während einer Delegationsreise in die autonome Selbstverwaltung von Rojava (Nordostsyrien) gesammelt hat. Dort begegnete sie einem gelebten gesellschaftlichen Entwurf, der auf Frauenrechten, ethnischer Vielfalt, ökologischer Nachhaltigkeit und basisdemokratischen Strukturen beruht – ein Modell, das ihre Perspektiven auf demokratische Transformation nachhaltig erweitert hat. Rojava und der ZAD sollen  als Orientierungspunkte dienen für eine Diskussion über Utopien in Demokratien. Auch die Rolle staatlicher Institutionen wird reflektiert – insbesondere im Hinblick auf ihre Offenheit gegenüber Impulsen aus der Zivilgesellschaft, utopischen Entwürfen und experimentellen Räumen, in denen neue Formen des Zusammenlebens erprobt werden. Welche Formen von Teilhabe sind denkbar, die nicht nur engagierte Minderheiten erreichen? Wie lassen sich visionäre Ideen so formulieren, dass sie im Alltag anschlussfähig bleiben?"

 --> genauere Infos, Bios und Timetable hier

PS: Übrigens ist in der Grasswurzel Revolution dieses Monat eine Rezension unseres Buchs erschienen: https://www.graswurzel.net/gwr/2026/06/den-status-quo-durchloechern/ 

Freitag, 29. Mai 2026

"Leben im Ökozid" - Vortrag am Einstein Forum online

 


„Drill, baby, Drill“ ist das neue „I want you to panic!“. Lange Zeit glaubten Umweltaktivist*innen, die Gesellschaft durch rationale Aufklärung zum Wandel bringen zu können. Doch in der zunehmend von faschistischen Tendenzen gezeichneten Gegenwart scheint sich eher das Gegenteil zu bewahrheiten. Egal ob Trumps Imperialismus, Epsteins misogyne Eugenik oder Thiels Fluchtfantasien auf den Mars – Rosa Luxemburgs Warnung vor dem Einbruch der Barbarei mangels gesellschaftlich inklusiver Alternativen scheint sich in Zeiten der Klimakatastrophe zu bewahrheiten. In diesem Vortrag analysiert Kilian Jörg psychoanalytisch und philosophisch diese Dynamik einer höchstgradig verdrängenden Gesellschaft und skizziert Auswege aus dem Dilemma. Kilian untersucht dabei die Aufnahme von „Ökozid“ als „Fünftes Verbrechen gegen die Menschheit“ beim Internationalen Strafgerichtshof als Möglichkeit einer neuen gesellschaftlichen Verhandlung von noch gänzlich diffuser „Klimaschuld“. Zudem beleuchtet der Vortrag das komplizierte Begehren, „indigen“ zu werden, als Konsequenz eines solchen rein-negativ konnotierten Umweltbewusstseins und endet mit einem Plädoyer für ökologische Transformation als radikale Kulturarbeit. Entgegen eines „Zurück zur Natur“ muss sich ökologische Politik als kultureller und zivilisatorischer Fortschritt gegen die kommende Barbarei des Desaster-Kapitalismus verstehen.

Mein Vortrag am Einstein-Forum Anfang Mai ist nun online! 

Montag, 25. Mai 2026

"An Ecology of Moralizing" workshop @ Independent Space Index Festival 2026, 30.5

 

Alexis Shotwell and me will give a workshop on our upcoming book project An Ecology of Moralizing as part of the Independent Space Index Festival 2026 at im_flieger in Vienna. 

30.5. 2026, 15.00–16.30 // An Ecology of Moralizing // Kilian Jörg (AT) & Alexis Shotwell (CA) // Workshop, 90’

How do you feel about moralizing? Have you ever felt a certain need to say something – but then you didn’t dare to speak up for your values, because … it didn’t feel proper? Felt like overstepping boundaries because … you don’t want to be moralizing? In this workshop, we want to explore with you, why and how that is. We want to stay with the cringyness of moralizing impulses and explore what somatically happens inside of us, between us and around us if we moralize – or decide not to. We want to speculate about more inclusive forms of morals (the etymological root of morals meaning something like “customs”) together to build a more open and resisting society in times of rising fascism and moral depravity of the capitalist elite.  

--> find all the info & the full program here! 

Freitag, 22. Mai 2026

Zeitungskommentar zum Ökozid und der Zukunft der Ökobewegung in der ND

"Eine Bewegung gegen den Ökozid hätte das Potenzial, bei richtiger Mobilisierung und der Arbeit an neuen transversalen Bündnissen, weit über die langsamen Prozesse der Gerichte zu einer radikalen und transformatorischen Kraft zu werden."

Ich durfte in der Neuen Deutschland einen Gastkommentar zum Ökozid und seine Potential für eine neue Mobilisierung der Ökobewegung schreiben. Ihr findet den Artikel auch heute in der Printausgabe der ND Woche. 

https://www.nd-aktuell.de/artikel/1199849.klimakrise-sie-wissen-was-sie-tun.html 

 

 


Mittwoch, 20. Mai 2026

»Wenn es den Wokeismus nicht gibt, dann muss man ihn erfinden!« - kleiner Textbeitrag zum "ABC der Kulturkämpfe" der Skug


"Tatsächlich zeichnet uns heute die rechte Bewegung in ihrem bis dato vielfach gewonnenen Kulturkampf ex negativo an, wie ein neues Bündnis aussehen muss, welches sie besiegen könnte. Die »woke Elite« existiert bis heute nur in den Köpfen von rechten Demagog*innen und ihren Wähler*innen. Aber das heißt nicht, dass dem so bleiben muss. »Wenn es den Wokeismus nicht gibt, dann muss man ihn erfinden!«"

Die wunderbare Skug macht zur Zeit ein "ABC der Kulturkämpfe" - ich habe mal schnell was zu "woke" niedergeschrieben, was mir schon länger auf der Seele lag. More soon. 

Ihr findet den Text hier: https://skug.at/abc-der-kulturkaempfe-w-wie-woke/

Dienstag, 19. Mai 2026

"Mehr als verteidigen. Demokratische Handlungsräume weiterdenken" - Keynote online nachsehen!

Wie kommen wir aus der Verteidigungshandlung in der Linken heraus und können offensiv neue, weirde Bündnisse schaffen, die eine Art neuen "utopischen Wärmestrom" auch in Zeiten des ökologischen und systemischen Kollaps entstehen lassen können? Hier könnt ihr unsere heutige Keynote "Mehr als verteidigen. Demokratische Handlungsräume weiterdenken"  an der Evangelischen Akademie in Frankfurt nachsehen. Es war ein ganz toller Workshoptag! Danke Euch allen!



Sonntag, 10. Mai 2026

"Kollektiver Ausstieg aus Eigentumsverhältnissen im Klimakollaps" - bei der RLV "Jenseits des Privateigentums", Uni Frankfurt, 21.5

Und auch auf einen dritten Termin unserer "Durchlöchert Westdeutschland"-Tour freue ich mich ganz besonders: als Teil der Ringvorlesung "Jenseits des Privateigentums" dürfen Michael Hirsch und ich nochmals über die ZAD und radikale ökologische Reformen mit einem Fokus auf Eigentum und sein Überkommen sprechen. Titel: "Kollektiver Ausstieg aus Eigentumsverhältnissen im Klimakollaps" Ich freue mich sehr darauf, in diesem Kontext über neue Arten posthumanistischer Commons und neue Remixe alter Rechtsformen (nach der großartigen Sarah Vanuxem) zu sprechen! 

"Die Klimakrise verlangt radikale Alternativen – doch politische Vorstellungskraft fehlt. Michael Hirsch und Kilian Jörg fragen, wie neue Formen des Zusammenlebens jenseits von Eigentum und Verwertung aussehen könnten. 

Die politische Gegenwart ist paradox: Während den meisten Akteur*innen in Politik, Gesellschaft und Bewegungen klar ist, dass angesichts der Klimakatastrophe ein Weitermachen wie gehabt unmöglich ist, ist eine Alternative zum Status quo so unvorstellbar wie noch nie. Die politische Fantasie scheint verödet, das Vakuum der Demokratieverdrossenheit wird von rechts besetzt.

Michael Hirsch und Kilian Jörg starten den Versuch, die linke Vorstellungskraft wieder aufzuforsten – inspiriert von dem in Frankreich berüchtigten Konzept der »zu verteidigenden Zone« (Zone à défendre – ZAD). Die berühmte ZAD in Notre-Dame-des-Landes besteht seit über fünfzehn Jahren als ein aus Verwertungszusammenhängen herausgelöstes Gebiet, in dem mit neuen sozialen Beziehungen, mit neuen Verhältnissen zu Arbeit und Ökologie experimentiert wird. Können diese Erfahrungen auf größere Maßstäbe übertragen werden? Mit einem Fokus auf die dort gelebte Dekonstruktion des Privateigentums möchten Hirsch und Jörg über eine neue linke Allianz progressiver Politik in Zeiten von Klimakollaps nachdenken."

 --> Link zur gesamten Reihe

Samstag, 9. Mai 2026

"Mehr als verteidigen - Demokratische Handlungsräume weiterdenken" @ Evangelische Akademie Frankfurt, 19.5.2026

 

Es ist mir eine große Ehre, dass wir von der Evangelischen Akademie Frankfurt eingeladen wurden, für einen ganzen Tag über die schwierigeren Fragen, die unser Buch "Durchlöchert den Status Quo!" aufwirft, gemeinsam und mit hochkarätigen Leuten nachzudenken. Namentlich: wie implementiert man die utopischen Impulse radikaler Projekte wie der ZAD in breitere Reformen, die uns gesamtgesellschaftlich weiterbringen können? In einer Zeit, in der die Linke hauptsächlich durch Abwehrkämpfe definiert ist, freue ich mich besonders über diese großartige Gelegenheit darüber nachzudenken, wie wir in die Offensive kommen, ohne in alte und verbrauchte Denkschemen zu fallen. Es ist Zeit, über eine ökologische Linke nachzudenken, die bereit ist, neue Wege des communal luxury (Kristin Ross) zu einem größeren politischen Projekt fürs 21te Jahrhundert zu entwickeln! 

Falls ihr nicht in Frankfurt seid, könnt ihr auch per Livestream dabei sein.

"Viele soziale Initiativen und Vereine sind derzeit unter Druck – rechtlich, finanziell und diskursiv. Sie erleben, wie ihre Handlungsspielräume enger werden, und arbeiten zunehmend im Modus des Verteidigens: Fördermittel sichern, Angriffe abwehren, Grundrechte behaupten. Doch reicht das aus, um Demokratie lebendig zu halten? Zum Tag des Grundgesetzes fragen wir, wie sich dieser Verteidigungsmodus erweitern lässt. Inspiriert von Michael Hirsch und Kilian Jörg und ihrem Essay „Durchlöchert den Status quo!“ (Nautilus, 2025) sprechen wir über die Vermittlung zwischen radikalen Utopien, Aktivismus und gemeinwohlorientierten Reformen und suchen nach Wegen, demokratische Räume nicht nur zu schützen, sondern neu zu denken. Die Veranstaltung bringt Engagierte aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Feldern zusammen, um voneinander und miteinander zu lernen. Wie können wir solidarisch agieren, Brücken bauen und mutig bleiben? Welche Strategien machen Handlungsspielräume sichtbar und erweitern sie? Wir wollen Resignation punktuell in progressive Energie verwandeln, politische Vorstellungskraft aufforsten und Demokratie schützen, indem wir sie ausweiten – Utopien ausdrücklich eingeschlossen."

 Alle weitere Infos: https://www.evangelische-akademie.de/kalender/mehr-als-verteidigen/63967/

"Durchlöchert den Status Quo!" auf der Anarchistischen Buchmesse Mannheim, 17.5

 

Ich freue mich sehr, auf der Anarchistischen Buchmesse in Mannheim zusammen mit Michael Hirsch unser Buch "Durchlöchert den Status Quo!" vorstellen zu dürfen. Wir sind am Sonntag den 17.5 um 14h dran. Ihr findet das gesamte Programm hier:  https://abm26.anarchie-mannheim.de/de/abm26/public/schedule 

Donnerstag, 7. Mai 2026