Sonntag, 24. April 2016

CANCELED & POSTPONED Werkstatt Österreich Heute - a workshop on contemporary media populism


---- english version below ----
Liebes Wien,
wir müssen den Workshop für morgen schweren Herzens ABSAGEN und VERSCHIEBEN - es gab sehr unerwartete Probleme in der Kommunikation bzw. Absprache.
Er wird jedoch nur verschoben - wir haben uns in den letzten Wochen viel mit dem Thema beschäftigt und freuen uns sehr das fortzuführen und zu vertiefen.
Ihr hört von uns sobald es einen neuen Termin gibt und freuen uns sehr euch dann zu sehen!
Eure Organisator_innen
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Dear Vienna,
very sadly we have to CANCEL the workshop tomorrow, due to very unexpected malcommunication.

Though it will only be a CHANGE OF DATE, as we became more and more interested in the subject during the preparations and are very interested in pursuing it further.
You will hear from us as soon as there is a new date and will be very happy to see you there!
All the Best!
The Organisators


As I am writing this, I am under shock of the results of today's Austrian presidential election. 37% - with a huge, 16% gap to the second - elected a candidate with fearful closeness to proper neo-nazi-ideologies, campaigning with songs like "Austria, always & forever Austria" [Österreich, immer wieder Österreich]. Europe is moving in an extremely scary direction and Austria seems to have some leading position in that movement. One of the reasons for this is - arguably - Austria's extremely bad media (and the reign of "Kronen Zeitung"). In a workshop on the 3rd of May we'll do a research workshop on the populist free newspapers Österreich and Heute.
This might be a chance to reflect on what they do and produce in our society. Find the invitation below.

 Consternated.


--- short English version below ---

Liebes Wien,

in deinen Verkehrswegen flattern täglich Unmengen Gratiszeitungen herum. 1,1 Millionen produzieren Österreich (518.000) und Heute (633.000) jeden Tag. Manche betrachten sie als Müll, als willkommenes Entertainment, andere wenden viel Energie auf, um sich ihr zu entziehen. Anstatt diese Ressentiments mit großen Anstrengungen wegschieben zu müssen, fragen wir uns: Was, wenn wir Österreich und Heute als Ressourcen betrachten?
Was macht diese Zeitungen aus? Was kann man mit ihnen machen? Was lässt sich aus ihnen machen? Wie können wir im Alltag mit ihnen umgehen und wie sollen wir uns zu ihnen verhalten?
Diesen und weiteren Fragen wollen wir uns im Rahmen des Workshops Werkstatt Österreich Heute am 3.5 (Tag der Pressefreiheit) praktisch wie theoretisch widmen: wir wollen sehen, was sich aus Gratiszeitungen basteln lässt, wie sie – und Ihre Konsument_innen – auf Dekontextualiserungen reagieren, aber auch, wie ihre Inhaltspolitik funktioniert. Es geht uns darum, für einen zu wenig geführten Diskurs Raum zu schaffen, sowie auch ein konkreteres Verständnis der herrschenden Mechanismen zu erlangen. Diese wollen wir spielerisch zerlegen, analysieren und umgestalten, um sie auf uns sinnvoll erscheinendere Bahnen zu lenken.

Der Workshop findet am 3.5.2016 zwischen 12 und 18 Uhr statt und hat seinen Ausgangs- und Endpunkt in der Garage X (Werk X Eldorado / Curtain).
Dort wird es im Anschluss, um 20 Uhr, einen Disskussionsabend mit Informationen und Erfahrungsberichten geben, sowie später Auflegerei vom großartigen DJ-Duo lena:k (Maschinenraum) & Adorno (Entkunstung / Laissez faire).

Wenn ihr am Workshop teilnehmen wollt, bitten wir um Anmeldung unter werkstattoesterreichheute@gmail.com

Wir freuen uns über zahlreiche Mithandelnde und Mitdenkende!
das Organisator_innen-Team (Flora Löffelmann, Yasmin Ritschl und Kilian Jörg von philosophy unbound; Claudia Heu; Markus Schleinzer; Thomas Heindl)


was?     Workshop Werkstatt Österreich Heute
    im Rahmen des Primavera Festival für Menschenrechte (http://www.primaverafestival.at/)

wann?  3.5.2016, 12:00-18:00
     anschließend Diskussionsabend ab 20:00 Uhr

wo?     Garage X: Werk X- Eldorado, Petersplatz 1, 1010 Wien (http://werk-x.at/spielstaetten)

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Dear Vienna,

we are organizing a workshop on the two big populist free newspapers "Österreich" and "Heute". The aim is to find creative approaches towards them: We try to think of them as a resource (1,1 Million are printed every day) to experiment how we can make sense of them - in the most literal sense. This will happen in different ways from deconstructing the paper itself up to investigating its content policies and mechanisms.
Since the newspapers we are investigating are in German, there might be a certain language barrier -  However, if you like experimenting with paper and are curious about how to transform piles of Heute and Österreich - you are more than welcome to join, and might bring some insights German speakers are unable to see.

The Workshop will take place on 3rd of May from 12h to 18h at Garage X - Garage X: Werk X- Eldorado, Petersplatz 1, 1010 Wien (http://werk-x.at/spielstaetten) as a part of the Primavera Festival for Human rights (http://www.primaverafestival.at/). 
If you want to participate, please register under werkstattoesterreichheute@gmail.com

Best,
the organisators

Mittwoch, 20. April 2016

Postkarte aus der Kunstblase

Brandon LaBelle's Imaginary Politics

Während wir auf den Lift warten, der uns in die Penthouse-Studios in den obersten Stockwerken eines alten Herrenhaus im Wiener ersten Bezirk fahren wird, rollt die bekopftuchte Putzfrau mit ihrem Wagen heran, schließt das Studio der Malereiklasse auf und stöhnt laut auf: der ganze Raum ist Chaos, leere Flachen und Becher liegen überall herum, man sieht dem Boden förmlich an, wie klebrig er ist.
"Ahja - Künstler_innenhedonismus" lächelt meine Freundin betreten der gebückten Frau Mut zu, als wir einsteigen.
Im Lift führt sie weiter aus "Man darf nicht glauben, dass Künstler_innen bessere Menschen sind. Oft benehmen die sich am meisten daneben und man darf nicht vergessen, dass sie von den schlimmsten Leuten ihr Geld verdienen."

Oben lauschen wir dann Brandon LaBelle's säuselnder Stimme in dessen Workshop. Er präsentiert uns eine Auswahl seiner bisherigen Arbeiten, die er in den großen Gallerien der Welt von Chile bis Deutschland verwirklicht hat. Der Anglosachse erläutert uns mit surreal ausgeglichener Stimme, wie seine Arbeit für die Canada Games ("Rehearsal  for a People's Microphone") eine Taktik der Occupy-Bewegung reflektiere. Die Stimme, die, von anderen Stimmen weiter getragen, das technische (von Elektrizität und anderen Infrastrukturen abhängige) Mikrophon ersetzt, um so unabhängiger von staatlicher Macht zu sein, wurde zurück in die Maschine übersetzt: ein Lautsprecher sprach einen bewusst nichts sagenden Text vor, den zwei andere Lautsprecher mechanisch nachsprachen. Dieser Geistermob fuhr auf einem Lastwagen durch die Spielstätten der - von u.a American Express, Deloitte und Konica Minolta gesponstorten - Canada-Games.
Auf die Frage, ob dies die Effizenz dieser politischen Methode verstärke oder schwäche, entgegnete LaBelle in gleichbleibend ausgeglichener Stimme "I think it did both" und auf die Frage, was er damit genau beabsichtigte und ob er mit seiner Arbeit nicht jene subversive Strategie genau - und ganz buchstäblich - jener Maschine einspeiste, die sie eigentlich bekämpfte, antwortete er: "I haven't thought about it yet" wonach er mit irgendwelchen selbstverliebten Kram über seine Arbeit ausholte, wobei er die New Materialists und andere zur Zeit schicke Philosoph_innen schlecht zitierte.
Politik, so verkündete er auch irgendwann mal, sei ein sehr relatives Unternehmen - es hänge sehr davon ab, von wo und wie man es betrachtet und die Beeinflussungen sind ebenso sehr subtil. Was man aus einer Perspektive als kaptialistische Vereinnahmung sehen kann, hat auf der anderen Seite viel gestalterisches Potential. Am Nachmittag stand eine Exkursion in eine Shopping-Mall am Programm, um sie auf ihre akustischen Eigenschaften hin zu untersuchen.
Dann stieg er wohl wieder in den Flieger und jettete in die nächste Großstadt, um den nächsten weißgestrichenen Klassen- oder Gallerieraum mit seiner well-balanced Stimme zu erfüllen.

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Donnerstag, 31. März 2016

Philosophy Unbound #9 - Musik on 8/4/2016, Vienna





Philosophy Unbound will dedicate its 9th edition to music and its relations to thinking and philosophy. We will have a series of lectures, performances, concerts and DJSets on this matter. Come and join us to this event of thinking, dancing and everything in between (or at the same time).

Performances at SPEKTAKEL (20h) by:
- Lona Gaikis
- Cornelius Berkowitz
- Ulrich Rois
- Çağıl Çayır
- more tba

https://www.facebook.com/events/1587088671609558/

Entry: Free Donation - Suggestion 5€ (we are a No-Budget Organisation: everything will go to the performers)

Performances at OPERA CLUB (23h) by:

- DJ 28
- Ricardo Domeneck
- mosque
- DJs lena:k [Maschinenraum] & Adorno [Entkunstung // Laissez-Faire]
- Visuals: “Die Clubmaschine” by Jorinde Schulz & Kilian Jörg

https://www.facebook.com/events/1598032413852793/

Entry: with stamp from Spektakel (Part One) 2€ ; without 5€

Addresses:
- Spektakel: Hamburger Straße 14, 1050 Wien - http://spektakel.wien/
- Opera Club: Mahlerstraße 11, 1010 Wien - http://www.operaclub.at/

for more detailed information see
philosophyunbound.tumblr.com

Montag, 28. März 2016

Postkarte aus München



Merkwürdige Szene am Münchner Marienplatz: der von Polizeizäunen umrahmte Pegidastand schallt um drei Uhr nachmittags lautstark ein muslimisches Gebet durch angemietete Boxen, anscheinend um das Läuten der katholischen Osterglocken zu übertönen und damit auf die so genannte Islamisierung Europas hinzuweisen. De facto ergänzen sich Glocken und Allah Akbar-Gesänge zu einer schönen Einheit und man könnte auch meinen, dass die verdutzt umher stehenden Passanten von einer neuen Multikuli-Lösung für den Münchner Hauptplatz überzeugt werden sollen, in dem neben der Kirche nun bald auch eine Moschee stehen soll.
Diese diffuse Aktion hat etwas tragisch-komisches, so hilflos verloren wanken die paar wenigen verschanzten Pegidamitglieder in dunklen Sonnenbrillen, um der großteils lachenden und Selfieschießenden Masse Buchtitel á la „Die Multikulti-illusion“ oder „Die Mär vom friedlichen Islam“ zu präsentieren.
Wahrscheinlich handelt es sich um eine unfreiwillig komische Performance der Folgen der eigenen Paranoia, die eine großartige Parodie wäre, wäre die Realität dieser Patriotenvereinigung nicht an sich schon so lustig. Die Pegida zeigt uns mit dieser Aktion sehr gekonnt, dass sie aus Mangel an Wirklichkeitsgehalt ihrer Wahnvorstellungen die angeprangerten Zustände erst selbst produzieren muss, um sich über sie ereifern zu können: deswegen bringen sie das muslimische Glaubensbekenntnis vors Münchner Rathaus, da sonst wohl noch kaum einer auf die Idee gekommen wäre. Die Überislamisierung des Landes ist so wenig weit fortgeschritten, dass man als Gegner_in selber ein bisschen Nachhelfen muss, um überhaupt Gegner_in sein zu können. Und als Gegner_innen müssen sich die trüben Mittelstandsbewohner der europäischen Wohlstandsblasen wohl fühlen, um überhaupt noch irgendwas zu fühlen.
Traurig ist dabei nur, dass diese Paranoia tatsächlich Wirklichkeit produziert – dass
diese traurigen Aktivist_innen genau zu jenen Dynamiken beitragen, die die weitere Entwicklung einer offenen, integrierenden und pluralistischen Gesellschaft unterbinden und zu jener Angst und Abschottung führen, die die Keime einer Verwirklichung der schrillsten Ängste der Pegida sind. Ein gefährlicher Teufelskreis.

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Freitag, 26. Februar 2016

Philosophy Unbound #8 - UN/BOUND @ Flutgraben Berlin, 29/2/16

For the second time we are bringing Philosophy Unbound to Berlin. On Monday, the 29th of February 2016 we'll reflect on what binds us and how we can unbind ourselves at Flutgraben Berlin:


"Unbinding philosophy, what could that mean? This time we want to look at the relations that bind us – the ties and attachments, affects and affiliations shaping individuals and moving collectives.

A contract fixing rights and duties, emotional entanglements holding us tight. Light signals running through glass-fibre cables promising connection, debt bonds powerfully taking away the future. Secret societies, bonds of shame, wedding rings, chains: Material and immaterial bonds run through our lives, simulate security, distribute power.

How are the strings attached? The libidinous united? And how do processes of unraveling, unchaining, dissolution work?
Which bonds suffocate and crush? Which ones empower us and which ones do we need to reinvent?"


Performances by //

Petra Nachtmanova
Roland Bolz
Maru Mushtrieva
Jorinde Schulz & Kilian Jörg
Tessa Huging
Max Oravin
Mari Laaksonen

DJ // Fernando Johansson Will

Textschublade // reading corner with selected texts
Büchertisch // Antiquariat Kalligramm

@ Flutrgaben Berlin, Am Flutgraben 3, 12435 Berlin
Doors: 19h
Performances:
20h

Entry: Free Donation (we are a no budget organisation – all money goes to the performers)
more information: https://www.facebook.com/events/168343976846518/
and http://philosophyunbound.tumblr.com/ 

Excited to see you on Monday!

Montag, 15. Februar 2016

Marcus Steinweg - Was ist Philosophie? @ Antiquariat Kalligramm Berlin, 19.2.2016 20h

Als Teil des Kollektivs Antiquariat Kalligramm habe ich die Ehre zu einem Vortrag von Marcus Steinweg mit anschließender Diskussion, welche ich moderieren werde, einzuladen.

Am Fr, 19.2.2016 um 20h spricht Marcus Steinweg zum Thema WAS IST PHILOSOPHIE? im Antiquariat Kalligramm (Oranienstraße 28, 10999 Berlin)


WAS IST PHILOSOPHIE? von Marcus Steinweg

"Man kann Philosophie als Antwort auf die Frage definieren Was ist Philosophie? Das heißt nicht, dass es eine letzte Antwort gibt. Es bedeutet im Gegenteil, dass eine solche Antwort ausbleibt und dass die Unmöglichkeit einer abschließenden Beantwortung der Frage, was Philosophie sei, zu ihrer Antwort beiträgt. Es ist eine Frage, die sich immer neu stellt. Man philosophiert nicht, ohne mit dieser Frage konfrontiert, von ihr getrieben, ermutigt und verunsichert zu sein. Sie ist es, die das philosophische Denken in Atem hält."

Beginn: 20h
Eintritt: Spende von 5€ (Vorschlag)

https://www.facebook.com/events/789077961225861/

Kommt pünktlich - das Kalligramm ist klein und kann nur eine limitierte Anzahl Personen aufnehmen.

Sonntag, 7. Februar 2016

"The Anti-Chameleon and its reason(s)" - audio-recording

I've just uploaded my talk "The Anti-Chameleon and its reason(s)" I held at Galerie de l'ERG in Bruxelles on 22nd of January. The talk was held as part of the "philosophy in the dark"-series and was therefore in the complete pitch dark. The three videos I showed were an excerpt from "The Yes! Men fix the world" (starting from minute 19: link), an excerpt from the documentary on Antanas Mockus (from minute 4: link) and Lars von Trier's Q&A for his film Melancholia at Cannes (the famous Nazi-incident).



For more Information on the Anti-Chameleon click here.