Montag, 19. September 2016

'No Pain No Gain - Nietzsche Gym' performance at Philosophy On Stage #4 - documentation now online

The video documentation of our collective performance "No Pain No Gain - Nietzsche Gym", which was done for the Philosophy On Stage #4-Festival last November, is now online and can be watched in it's full length here:

Nachtlektüren: No Pain. No Gain // Kollektiv Philosophy Unbound from Artist Philosophers on Vimeo.

Abstract:
Was macht heroisch? – Zugleich seinem höchsten Leide und seiner höchsten Hoffnung entgegengehn.
- Nietzsche, Die fröhliche Wissenschaft

Subjekt ist, wer sich als Träger einer Serie von Übungen betätigt.
- Sloterdijk, Du musst dein Leben ändern

As a collective we propose a group action, that is not scripted, but will emerge organically from shared visions and opposing opinions, to portray a pluralism of discourse about our topic. We will build a Nietzschean gym to exemplify and distort this very simple assertion: that a common drive leads to varied contemporary techniques of self-(un)building. We want to ask, if Nietzsche’s pursue of the Übermensch can be traced all the way to the modern gym and be enacted there. We want to insist on the repetitive aspect of training, that will playfully allude to the asceticism in the sense of Nietzsche. We don’t want to mock either of the practices, but displace them, give a feel of a fertile misinterpretation in between athletes and philosophers – echoing the surprisingly fertile misinterpretation that still reigns between body and mind . We will lift weights against the spirit of heaviness. We will fight the “größte Schwergewicht”. All performers – about ten – will be on stage on their devices, further equipped with a microphone that will amplify their body sounds (breath, heart beat) to create a sense of rhythm, thrill and exhaustion. We are also considering using additional microphones to amplify the noise of the training machines. The musical component is important, but aims less at a feel-good-Rocky-movie-effect than at a monotone and hypnotic sensation of entropy. The performers will repeat, while training, a remix of Nietzschean quotes and mediatized motivational formulas. These quotes will be thought in conjunction with the movements suggested by the machines. We are thinking in terms of parody, displacement and experimentation. The critical aspect of the performance will arise from the tension at play in between the practices and the discourse registers. The voices will be entangled but the focus – both auditive and visual – will be directed alternatively on one dominant voice that will be played louder as one performer is illuminated by a spotlight. The whole should capture the audience like a profane litany : enthralling and irritating. No matter the size of the Halle G, the place should smell like sweat in the end. The machines – some of them traditional training props, some of them fantasized homemade variations – will be left on the outskirts of the stage after the performance, so the public gets the opportunity to test and twist their own mind-bodies, giving in to their “Lust der Zerstörung” that is, as we Nietzscheans know, “zugleich eine schaffende Lust.”

More material can be found on the "Mediathek" of Philosophy On Stage #4

Donnerstag, 8. September 2016

Wir Wartenden


Wir sind die Generation, die wartet. Selbst diejenigen, die - dem Burn-Out nahe - den enger werdenden Karrierebahnen entlanglaufen, warten. Gestresst ist man, wenn die Bewegung gehemmt wird. Man kann noch so schnell die Straße hinablaufen, eine rote Ampel lässt einer/m das Blut hochkochen, selbst wenn man in stetem Marsch langsamer wäre. „un(e) nomad(e) n'est jamais stressé“ (Sylvain Tesson)
Wir warten darauf, dass etwas passiert. Wir warten darauf, dass sich die Fenster des Denk- und Machbaren hin zu etwas öffnen, dass nicht mehr bergab weist - zu mehr Hass, Enge und Ellenbogen. Auf den Moment, in dem das schon lange im mikropolitischen Brodelnde vortretet und der Dystopie die Stirn bietet, die über unserer Zukunft hängt.
Dabei muss nicht gesagt werden, dass dieses Rhizomatische jemals majoritär werden wird. Viele Stimmen sagen, dass genau in ihrer untergründigen Fragilität seine Stärke liegt - und sie mögen recht haben. Vielleicht haben diese Ströme sogar längst schon Überhand gewonnen und es ist nur das Brüllen der sterbenden Dummheit, die uns dies manchmal vergessen lässt. Vielleicht warten wir also einfach auf den Moment, in dem das Brüllen verklingt und wir aus unseren Schneckenhäusern herauskommen und unsere Sinne ungestört entfalten können.

Sonntag, 4. September 2016

"Die Tür" veröffentlicht in der Pop Zeitschrift

Wir haben einen zweiten Ausschnitt aus unserem (Jorinde Schulz und ich) Buchprojekt zur Clubmaschine in der Pop-Zeitschrift veröffentlicht. Nachzulesen hier.

Des Weiteren werden wir eine weitere Work-in-Progress-Präsentation und Lesung Ende September im Antiquariat Kalligramm Berlin halten. Mehr Informationen dazu kommen in Kürze.

Dienstag, 16. August 2016

Wir Konfuzianer_innen



Die Lehre des Konfuzius - und damit der vielleicht zentralste Pfeiler des „chinesischen Denkens“ - versucht das "nihilistische" Erleuchtungsdenken Indiens, welches auf eine radikale Entziehung von der Welt setzt, ins irdische Hier-sein zu übertragen. Die Ruhe und Erhabenheit der Brahmanen wurde und wird auf der anderen Seite des Himalayas für das Beamtentum des gigantischen Staatsaparats der ältesten politischen Entität der Menschheit nutzbar gemacht.
Es ist kaum verwunderlich, dass China die kommende Weltmacht ist: als ruhige und besonnene Exekutive, die ihren Frust moralisch nicht nach außen ventiliert und eisern Haltung bewahrt, ist man für den Kapitalismus am brauchbarsten. Wenn wir in Yoga- und Meditationsklassen die Ruhe als Ausgleich zu unseren stressigen Leben suchen, eifern wir weniger Indien als viel mehr China nach.

Dienstag, 2. August 2016

kritische Phase


Wir leben nachwievor in einer kritischen Phase: die Aufgabe von jeglichem 
intellektuellen Unternehmen ist das Aufzeigen von Missständen, 
die Anklage, der Verbesserungsvorschlag, die Kritik. 
Wäre es denkbar, wieder eine Zeit zu wollen, in der das Intellektuelle affirmativ sein könnte? In der es wieder die Aufgabe der Philosophie ist, Apologien für die Welt zu verfassen - in denen man die Welt in ihrem So-Sein und So-Werden zu erklären trachtet & es als die größtmögliche Aufgabe ansieht, sie darin zu entschuldigen? In der versucht wird, die beste der möglichen Welten theoretisch zusammenzusetzen und in der man davon aus Anstand davon absieht, sie analytisch zu zerstückeln?

Dienstag, 19. Juli 2016

Stoffwechsel Werkstatt goes public - 21st to 23rd of July 2016, Vienna

Since February we (Yasmin Ritschl & myself as Philosophy Unbound) are (re)searching, questioning, affirming, writing and participating in the 2-years research project "Stoffwechsel - Ecologies of Collaboration" organized by imflieger. This and last week we had a long summer's workshop and from Thursday to Saturday we invite the public to visit, watch and contribute in our ongoing artistic research. For more details see the invitation below.



STOFFWECHSEL - Ökologien der Zusammenarbeit ist ein transmediales Forschungsprojekt mit unterschiedlich involvierten Künstler_innen und Theoretiker_innen und experimentiert mit strukturellen und künstlerischen Verschränkungen.
STOFFWECHSEL - ecologies of cooperation is a transmedia research project with differently involved artists and theoreticians, experimenting with structural and artistic entanglements.

WERKSTATT Öffnung // in public

Do 21.7.16 // 22:00 – 2:00
Fr 22.7.16 // 18:00 - 22:00
Sa 23.7.16 // 18:00 - 22:00

Jeden Tag eine andere Setzung! / Everyday a different set!
Im_flieger@schokoladenfabrik, Gaudenzdorfergürtel 43-45, 1120 Wien (U4 Margaretengürtel) --> maps
Pay as you wish

WERKSTATT Öffnung / in public 1
Do 21.7.16 // 22:00 – 2:00


The Glorious Weirdness of Art and Cosmic: LIVE / 3. Beispiel
Marcus Steinweg (DE) zu Gast bei Jack Hausers (AT) Verwerfungslnien für einen 3. Raum der Performance
Marcus Steinweg (DE) as guest at Jack Hausers (AT) Fault Lines For A Third Space of Performance

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WERKSTATT Öffnung / in public 2 + 3
Fr 22.7.16 // 18:00 - 22:00
Sa 23.7.16 // 18:00 - 22:00


Werkzeug und Arbeitsmaterial dieser zweitägigen Werkstatt Öffnung sind die künstlerischen und diskursiven Setzungen der seit Februar forschenden Künstler_innen des Stoffwechsel-Projekts. Die jeweiligen Arbeitsweisen, Motivationen und Inspirationen bilden die Werkbänke für eine mögliche Durchdringung und Parasitierung; das Eigene, das sich für das Andere öffnet und sich im Anderen findet und so die stets fragile Grenze von Autorschaft und kollektivem Prozess, von Freigabe und Aneignung provoziert.
Tools and working materials of this two-day workspace opening are the artistic and discursive settings of the artists of the Stoffwechsel project, who have been researching since February, 2016. The respective working methods, motivations, and inspirations provide the workbenches for a possible permeation and parasitation; the Own which opens up to the Other, finds itself in the Other and thus provokes the ever fragile boundaries of authorship and collective process, of deallocation and appropriation.

Team: Alfred Lenz (AT), Anita Kaya (AT), Brigitte Wilfing (AT), Claudia Heu (AT), Sabina Holzer (AT), TE –R (Thomas Wagensommerer & Louise Linsenbolz, AT/DE), Philosophy Unbound (AT/DE)

& Distributive agency. The political urgency of a new materialism and its implications for contemporary choreography
Lecture von/ by Martina Ruhsam (AT/DE) in English Language
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Sonntag, 17. Juli 2016

Philosophy Unbound #11 - post-trans-super-anti-non-in-human - 27/7/2016 @ Flutgraben Berlin



The 11th edition of Philosophy Unbound spotlights forms of life and modes of subjectification in a paradoxically posthuman, yet anthropocentric time.
Seven performances explore the machinic potential of human and social bodies, forms of resistance against network power, club culture and clones.
A cartoon exhibition on post-eroticism accompanies pictures of real cyborgs. We invite you to enjoy some serious philosophical chill-out-time in our reading corner, where you will find books, zines and take-away texts.
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In der 11ten Edition von Philosophy unbound geht es um Lebensformen und Subjektivierungen in einer paradoxal posthumanen und doch anthropozän(tr)ischen Zeit.
Sieben Performances setzen sich mit lustvollen Maschinisierungen des Körpers und des Sozialen, mit Widerständen gegen Netzwerkmacht, mit Clubs & Clones auseinander.
Eine Comicausstellung zu Posterotik wird flankiert von Bildern echter Cyborgs. In der Leseecke laden wir ein zum philosophischen Chillout mit Büchern, Zeitschriften und take-away-Texten.
@ Flutgraben:  Am Flutgraben 3, 12435 Berlin, http://flutgraben.org/
Doors 7 pm // Start 8 pm


PERFORMANCES BY
Block011 // Facing Facebook
Dominik Mayer // tba
Felix Kersting & Vivian Schotte // Helping humans make better decisions
Francois Corbisier // Hainanalysis
Kilian Jörg & Jorinde Schulz // Maschine-Werden
Lars Werner // Clone Artists
Shirin Weigelt // tba

ARTWORK BY
Nina Prader // Comics zur Post-Erotik
Hannes Wiedemann // Grinders

DJS
Francois Corbisier
Fernando Johansson